Melancholischer Metalcore: Die Band "Broken Compass" mag Widersprüche

Kim Cara Ruoff & Ricarda Haaser

"Normale Hobbys? Nein Danke," dachten sich fünf Freiburger und gründeten vor einem Jahr die Metalcore-Band Broken Compass. Wie Chemie-Studium, Abitur und Bandleben zusammenpassen - und was Metalcore überhaupt ist - erzählen sie bei fudder.



Vollbart, Nasenring und Band-Shirts. Entspannt sitzen Alex Philipp (25) und Jacob Lescow (19) im Europacafé. Eigentlich nichts Besonderes, und doch sieht man den Zweien an, dass sie keine normalen Studenten sind. Gemeinsam mit drei weiteren Freunden gründeten sie vergangenes Jahr die Freiburger Metalcoreband „Broken Compass“.


„Ich wollte schon lange eine eigene Band gründen“ sagt Sänger Alex, der an der Freiburger Uni Chemie studiert. Also machte er sich auf die Suche und fand in seinen Kommilitonen, Alexei Schmidt (27) und Fabian Frank (28) alias Fabe, zwei Verbündete. Alexei an der Gitarre und Fabe am Bass. Damit war die Band jedoch noch nicht komplett – es fehlte ein Drummer.

Über Facebook lernten die drei Chemiker schließlich Gitarrist Sebastian Meier (19) und Drummer Jacob kennen und holten sie in die Band. Einmal in der Woche treffen sich die Fünf seitdem im Proberaum. „Meistens üben wir so zwei Stunden, vor Gigs auch manchmal mehr“ sagt Sänger Alex. Der Name,  „Broken Compass“, ist übrigens ein Hinweis auf die Probleme und die Orientierungslosigkeit vieler Menschen in der heutigen Zeit.



Auch zu anderen Metalcore-Bands haben die fünf guten Kontakt: „Wir sind wie eine große Familie, in der man einander hilft,“ sagt Jakob, der bereits mit acht Jahren anfing, Schlagzeug zu spielen. À propos Familie:  Was sagen eigentlich die Eltern zu der ungewöhnlichen Musikrichtung? Jacob, der wie Sebastian dieses Jahr sein Abitur gemacht hat sagt "meine Mutter mag die Musik, nur den Gesang, den mag sie nicht".  

Broken Compass performed Metalcore, eine Musikrichtung, die Elemente von Hardcore und Metal miteinander verbindet. Die Bandmitglieder spielen nicht nur selber Metalcore, sondern hören die Musik auch gerne. Sie haben bereits einige ihrer Lieblingsbands gecovert, zum Beispiel „Texas in July“ und „Parkway Drive“.

Doch Alex, der Songwriter und Sänger der Band, verrät: „Nach und nach wollen wir alle Cover aus unserem Programm nehmen und nur noch unsere eigenen Songs spielen“. Einen dieser Songs gibt`s auch schon online zum Downloaden und bei Youtube: Endless Blue.

Die Inhalte ihrer Texte sind eher melancholisch, was in ziemlich krassem Gegensatz zu dem Sound ihrer Musik steht. Obwohl der Name ihrer Band „Broken Compass“ gesellschaftskritisch gemeint ist, behandeln die Songs mehr Emotionen und persönliche Probleme, als gesellschaftliche Themen.

„Mein persönlicher Lieblingssong von uns ist „Glimps“, darin habe ich eine Trennung verarbeitet“, sagt Sänger Alex, der sich das Metal-typische singen, auch Growling genannt, selbst beigebracht hat.

„Bevor ich in einer Band war, habe ich zwei Jahre lang für mich selber geübt, meistens im Auto, da hört es niemand,“ sagt er.  Denn Metalcore kann man nun mal nicht leise üben, „Growling“ und „Screaming“ sind anstrengend für die Stimme. „Am Anfang hatte ich oft Halsschmerzen nach den Gigs, aber man lernt daraus und ändert seine Technik“, erzählt Alex.

Auf den großen Durchbruch arbeitet die Band jedoch nicht hin. "Wir machen Musik, weil es uns Spaß macht und nicht wegen dem Geld," sagt Alex. "Um wirklich berühmt zu werden, müssten wir auch viel mehr Zeit investieren und das wäre mit Studium und Schule zu stressig".

Broken Compass - Endless Blue

Quelle: Youtube



Mehr dazu:


Die nächsten Auftritte der Band:

03.09.2015 - Königskeller Germersheim
04.09.2015 - ExHaus Trier
05.09.2015 - Sternen Auggen
26.09.2015 - Border Assault Fest Neuenburg