"Meistens starte ich mit einer Bassline": Interview mit dem Freiburger Musikproduzenten Rotlaub

Bernhard Amelung

Die Musiksoftware ermöglicht schnelles, intuitives Produzieren jeglicher Art von Musik am heimischen Rechner. Auch der Wahl-Freiburger Rotlaub arbeitet seit einiger Zeit damit. Wie er mit Ableton umgeht und welche Ziele er für 2013 hat, erzählt er im Interview.



Wann hast du mit dem Musik machen begonnen?

 
Ich produziere seit April 2012 elektronische Musik. Nachdem ich zunächst einen Monat lang mit der Demoversion von Ableton Live gearbeitet habe, bin ich dabei geblieben und habe das Programm gekauft. Anfangs war es einfach spannend, die Software und die Möglichkeiten auszutesten. Ich habe dann schnell gemerkt, dass mir das Produzieren großen Spaß macht. Und weil beim Experimentieren ziemlich bald die ersten Songs herauskamen, war klar, dass ich weitermache.

Wie produzierst du und baust deine Stücke auf?

Meistens starte ich mit einer Bassline oder einer Tonfolge, um die herum ich den Song aufbaue. Hin und wieder beginne ich auch mit einem Beat. Vom Ausgangsmaterial ist am Ende oft nur noch wenig übrig. Ich höre mir immer wieder an, was ich habe, und währenddessen kommen neue Ideen dazu.

Das ist ein ständiges Ausprobieren, auch in Bezug auf die Effekte. Ich versuche, die Klänge nach und nach zu verfremden, bis sie klingen, wie ich sie mir vorstelle. Oft ist es aber so, dass ich das Material ab einem bestimmten Punkt wieder reduziere, um mehr Spannung reinzubringen. Ich mag Tracks, die sich allmählich steigern und ganz langsam entfalten. Dabei ist es mir sehr wichtig, einen dynamischen Sound mit leisen und lauten Stellen zu erzeugen.

Wie sieht dein aktuelles Setup aus?

Neben meinem Laptop mit Ableton benutze ich ein Audio-Interface, um mit einem Kondensatormikrofon Vocals und Instrumente, zum Beispiel eine Gitarre, aufnehmen zu können.

Nimmst du auch Sounds auf und arbeitest du mit MIDI?

Ich arbeite bis jetzt relativ wenig mit selbst aufgenommenen Samples. In erster Linie verwende ich die in Ableton vorhandenen, virtuellen Instrumente. Diese steuere ich mit der Laptop-Tastatur an oder programmiere sie step-by-step.

Ich möchte aber unbedingt mehr eigene Sounds und Atmos nutzen. Das würde die Musik sicherlich noch lebendiger und abwechslungsreicher klingen lassen. Ich habe jedenfalls schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon, welche Instrumente und Geräusche ich demnächst einbinden will.

Welche Künstler beeinflussen dich?

Aktuell höre ich sehr viel Sascha Funke. Sein Album Mango gefällt mir sehr gut. Ansonsten würde ich Moderat, Trentemøller und Dominik Eulberg zu meinen Inspirationsquellen zählen. Am meisten mag ich Musik, in der man mit Kopfhörern versinken und immer neue Feinheiten entdecken kann.

Ich höre viel über Soundcloud und stoße dort andauernd auf Tracks, die mir sehr gefallen. Da gibt es unglaublich viel großartige Musik, die mich antreibt, weiterzumachen. Ausschlaggebend für meine ersten Versuche war übrigens Acid Paulis Remix von „I See a Darkness (feat. Johnny Cash)" – ein Track, der kaum zu toppen ist.

Welche musikalischen Ziele hast du für 2013?

Ich denke, was den Sound und die Qualität meiner Tracks anbelangt, gibt es noch Luft nach oben. Also ist eines meiner Ziele, weiterhin viel Musik zu produzieren, Erfahrung zu sammeln und dadurch meine musikalischen Ideen besser umsetzen zu können.

Außerdem will ich irgendwann dieses Jahr einige Stücke auf Vinyl schneiden lassen. Dahinter steckt kein großer Plan – ich möchte die eigene Musik einfach auf Vinyl haben und bin gespannt, wie sie dann rüberkommt. Ansonsten fände ich es grandios, meine Tracks mal live zu präsentieren und überlege momentan, ob sich das irgendwie organisieren ließe.

rotlaub - Feel The Warmth Of The Sun

Quelle: Soundcloud



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