Meine Uni auf dem Weg zur Exzellenz?

Christian Deker

Es war die Schlagzeile des vergangenen Wochenendes: "Universität Freiburg bei Exzellenzinitiative erfolgreich". Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat haben die zehn Teilnehmer der Endrunde benannt, die um die Stücke des Elite-Kuchens buhlen. fudder-Autor Christian Deker, der in Freiburg studiert, hat sich Gedanken gemacht, inwiefern Studenten der Albert-Ludwigs-Universität von all dem profitieren.Meine Uni ist dabei! Das bedeutet konkret, dass die Albert-Ludwigs-Universität nun die finanziellen Möglichkeiten bekommen kann, hoch qualifizierte Nachwuchswissenschaftler und international renommierte Forscher nach Freiburg zu holen. Mit so genannten “Institutes for Advanced Studies” (internationalen Forschungskollegs mit Spitzenforschern aus aller Welt) will sie weltweit in die Spitzengruppe der internationalen Forschungsuniversitäten vordringen. Dazu würde die Uni knapp 25 Millionen Euro pro Jahr erhalten, sofern sie in der Schlussrunde erfolgreich ist; die Finanzierung dieser Gelder könnte aber problematisch werden. Vom Bund kommen nämlich nur 75 Prozent der Fördergelder, den Rest muss das Land Baden-Württemberg aufbringen - jährlich fünf bis sechs Millionen Euro pro Uni. Da in Baden-Württemberg gleich vier Universitäten mit ihren Bewerbungen erfolgreich waren, könnte auf den Landeshaushalt eine nicht unerhebliche Mehrbelastung zukommen. Wo dieses Geld herkommen soll, ist bisher noch nicht klar. Nicht zu bezweifeln ist, dass auch ich als Student zumindest indirekt vom Geldregen profitieren würde, zum Beispiel vom Ruf meiner Spitzen-Uni. Die Professoren könnten sich in Zukunft wohl wesentlich stärker auf ihre Forschungsprojekte konzentrieren, sie müssen sich nicht mehr zeitraubend um Drittmittel und Verwaltungskram kümmern. Dennoch finde ich es schade, dass der Lehre bei der Exzellenzinitiative keinerlei Bedeutung beigemessen wird: Einzig und allein die Forschung wird finanziert. Dabei ist das Merkmal der Universität doch gerade die Verbindung von Forschung und Lehre. Wer sich also auf eine bessere Ausstattung der Seminarbibliothek gefreut hat, wird eine Enttäuschung erleben. Zuletzt stellt sich mir aber in Anbetracht der Unterteilung in exzellente und nicht exzellente Hochschulen die Frage, ob nicht irgendwann die Chancengleichheit für Studenten im universitären System vollends auf der Strecke bleiben wird.