Meine Meinung zur Starbucket Challenge: Kippt euch Kaffee übern Kopf!

Martin Jost

Schon wieder eine Challenge: Diesmal hat die Satire-Sendung "Die Anstalt" ihre Zuschauer nominiert, sich Eiskaffee über den Kopf zu schütten. Der Sinn dahinter: Gegen die Steuerflucht von Konzernen wie Starbucks demonstrieren. fudder-Korrespondent Martin ruft auf: Diese eine Challenge bitte noch mitmachen!



Was ist denn das für eine neue Challenge-Faulheit, für eine Flashmob-Müdigkeit, die da grassiert? Wir haben uns doch früher zuerst zum Horst gemacht und danach gefragt, wofür eigentlich. Die Ice Bucket Challenge, die im Hochsommer ihren Höhepunkt erreichte, war ein glänzendes Beispiel. Hinz und Kunz und Bill Gates kippten sich kaltes Wasser über den Kopf. Ziel war, das Bewusstsein für die chronische Krankheit ALS zu vergrößern.


Die neueste Challenge heißt "Starbucket Challenge", eine Wortkombi aus "Starbucks" und "Ice Bucket". Ausgerufen wurde sie letzte Woche von der ZDF-Kabarett Show "Die Anstalt". Verfangen hat die Idee bislang… eher nicht so. Tage nach dem Aufruf im Fernsehen hatten Attac-Aktivisten ein putziges Video ins Netz gestellt, in dem sie sich mit Wasser aus Kaffeetassen benetzen. Nach und nach gibt es nun die ersten Videos von Sauereien mit der echten Plörre in oder vor Starbucks-Filialen. Die Starbucket Challenge braucht euch!

Das sind die Regeln: Geh in einen Starbucks-Laden und bestell dir einen Frappuccino. Nippe kurz und sage: "Iiih schmeckt das eklig! Kein Wunder, sind ja auch keine Steuern drin!" – und schütte dir das Ganze über den Kopf.



Was das soll? Na Protest gegen Steuerflucht! Wenn du dir bei Starbucks eine der trinkbaren Süßigkeiten holst, die dort als Kaffee verkauft werden, zahlt einer von euch beiden Steuern: Du. Die Kunden kommen um die Mehrwertsteuer nicht herum. Gleichzeitig drückt sich Starbucks durch das geschickte Ausnutzen von Schlupflöchern um die Unternehmenssteuer. Zig Millionen Euro Gewinn, aber nichts für den Staat, in dem die Firma ihre glänzenden Geschäfte macht. Natürlich ist Starbucks keine Ausnahme, sondern viele große Aktienkonzerne finden kreative Wege, weltweit präsent und nirgends steuerpflichtig zu sein.

Vielleicht ist es nicht die beste Jahreszeit für eine Challenge mit Nasswerden. Nehmt euch halt ein Handtuch mit. Die Sache ist es mal wieder wert. Freiburger, seit wann muss man euch zweimal bitten, demonstrieren zu gehen? In diesem Sinne: Hoch die Tassen!

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[Foto: baibaz/Fotolia]