Meine Meinung zum Open-Data-Hackathon: Gebt die Daten frei!

Björn Witt

Datendiebstahl, Datenverlust, Datenkraken: In der digitalen Welt weckt das Wörtchen "Daten" bei vielen Menschen zunächst negative Assoziationen. Warum Daten aber auch ein wunderbarer Rohstoff sein können, begründet Björn Witt im Vorfeld des ersten Freiburger Open-Data-Hackathons, der an diesem Wochenende im Carl-Schurz-Haus stattfindet:



Datenliebe ist das Gebot der Stunde. Der Laptop, das Mobiltelefon und vielleicht auch bald die Smartwatch - sie alle tun stets nur das eine: Sie verarbeiten Daten – und das ist gut so! Denn Daten machen unser Leben schöner.


Ob ich auf Google Maps den kürzesten Weg vom Stadttheater in die Oberwiehre suche oder mir mit einem Blick auf das Regenradar für Betzenhausen bei der Schuhwahl helfen lasse: Vieles was unser Leben erleichtert, basiert darauf, dass irgendjemand die entsprechenden Daten erhoben und für uns aufbereitet hat.

Daten sind ein wunderbarer Rohstoff, deswegen wollen wir mehr davon. Und tatsächlich könnten wir leicht mehr davon haben, denn es ist erstaunlich, wo überall Daten anfallen und gesammelt werden. Die VAG führt sicherlich sehr genaue Statistiken über Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und die Freiburger Polizei hat präzise Kenntnisse, zu welcher Tageszeit an welchen Kreuzungen die meisten Unfälle geschehen.

All diese Daten existieren und könnten uns helfen, noch besser durch unseren Alltag zu kommen. Doch verstauben sie in ungelesenen Excel-Tabellen, PDF-Dateien und vielleicht sogar Aktenordnern.

Diese Daten der Öffentlichkeit maschinenlesbar zur Verfügung zu stellen, ist die zentrale Forderung der Open-Data-Bewegung. Den Daten öffentlicher Einrichtungen kommt dabei natürlich eine besondere Rolle zu, da wir ohnehin schon für deren Erhebung bezahlt haben und die Forderung nach öffentlichem Zugang auf der Hand liegt.

Freiburg geht mit gutem Beispiel voran

Freiburg geht hier mit dem Datenportal "Fr.itz" sogar schon mit gutem Beispiel voran und stellt allerlei Informationen über Demographie, Verkehr und Haushalt in offenen Formaten ins Netz. Zwar klaffen hier und da noch große Lücken, aber ein Anfang ist gemacht und eine Fortsetzung wünschenswert.

Was man nun aus solchen Daten zaubern kann, das erkunden an diesem Wochenende 50 Programmiererinnen und Programmierer bei Freiburgs erstem Open Data Hackathon.

Ähnliche Veranstaltungen in anderen deutschen Städten führten zu Ergebnissen, die sich sehen lassen können: Wer in Berlin wohnt, kann sich auf buergerbautstadt.de über geplante Bauvorhaben im eignen Kiez und Beteiligungsmöglichkeiten bei der Planung informieren. Für Freiburg wäre vielleicht eine Website hilfreich, die einem auf Basis des aktuellen VAG-Fahrplans verrät, ob man eine bestimmte Strecke gerade schneller mit der Straßenbahn oder dem Fahrrad zurücklegt.

Für solche und ähnliche Initiativen brauchen wir nur ein paar findige Menschen - und mehr Daten für alle.

Was: 1. Freiburger Open-Data-Hackathon
Wann: Sa, 14.3. (10 Uhr) und So, 15.3. (Preisverleihung um 14 Uhr)
Wo: Carl-Schurz-Haus, Freiburg
 

Der Autor:

Björn Witt es zog es vor vielen Jahren aus der deutschen Hauptstadt in den Schwarzwald. Im Londoner Exil promoviert er derzeit in der Physik, freut sich aber schon darauf, bald wieder nach Freiburg zurückzukehren.