Meine Meinung: Wer "fame" sein will muss "taggen"

Carmen Schliesser

Achtung, Hashtag-Bombing: Wenn fudder-Praktikantin Carmen ein Bild auf Instagram postet, dann schlachtet sie die 30 möglichen Hashtags auch voll aus. Das gilt heute als uncool. Warum sie es trotzdem macht:



Tatort: Instagram. Die Bilder-Bombe mit 30 Hashtags im Gepäck lasse ich meist gegen 18 Uhr einschlagen, denn um diese Uhrzeit hat Europa Feierabend und die Amerikaner frühstücken Bacon mit Smartphone. Konkret bedeutet das: Dank meinen Schätzchen #like4like und #photooftheday bekommen meine Bilder deutlich mehr Herzchen als ohne.


Likegeile Selbstdarstellung? Total! Denn Instagram ist für mich neben Hobbyposterei auch eine Art Werbeplattform für den eigenen Blog und die Leidenschaft zum Modeln. Formulieren wir es doch auf eine schöne Art und Weise: Per Hashtag erreiche ich mit meinen Bildern viel mehr Menschen, um sie zu inspirieren und dazu anzuregen, meinen noch viel inspirierenderen Account zu besuchen. Instagram ist bunte Nahrungsquelle für jeden kreativen Kopf.

Wer damit auch Erfolg haben will, sollte sich fragen: Welche Begriffe suchen die Instagrammer und was trifft auf mich als Person oder mein Bild zu?

Ein Beispiel: Niemand, der Instagram benutzt wie ich, würde die Suche mit #me füttern, dafür schaut man an sich runter und weiß Bescheid. Tatsächlich suchen wir nach Dingen wie Essen oder Urlaubsbildern - und dafür gibt es andere Hashtags: #foodporn oder #instatravel sind beliebte Suchbegriffe.

Wer nicht nach Rummel unter den eigenen Bildern strebt, aber dennoch zu den Hashtag-Jüngern zählt, der kann sich auf eine humorvolle Art an ihnen bedienen, etwa durch #donttellmom oder #machichfototuichfaceboook.

Die Hashtags bilden jedoch nur einen Teil des Fotobeitrags, wichtig ist natürlich auch, wie man sich selbst auf dem Bild präsentiert: Ich bin nicht nur Vollblut-Hashtagger sondern auch ein großer Verfechter des Schmollmunds. Der Grund: meine Hamsterbacken-Phobie. Denn wer den Mund leicht spitzt, der erfährt eine wohltuende Gesichtsschlankheit auf seinen Bildern. Definitiv ist der Schmollmund die schönere Alternative zum Duckface. Wem das zu viele Sperenzchen sind, der kann es auch bei einem hashtaglosen Lächel-Bild belassen. Oder gar nichts posten. Jeder so, wie er möchte. Nicht wahr?

Zur Person

Hinter der Verfechterin steckt die 18-jährige Freiburgerin Carmen Schliesser. Neben ihrem derzeitigen Praktikum bei fudder.de ist sie nicht nur leidenschaftliche Instagrammerin sondern betreibt auch ein eigenes Blog über Fotografie, Mode und Hobbymodeln.

Meine Meinung

Mit "Meine Meinung" will fudder Menschen eine Plattform bieten, um ihre Meinung zu einem Thema, das in Freiburg debattiert wird, darzulegen. Es handelt sich bei dem Beitrag um die Meinung des jeweiligen Autors, nicht um die der Redaktion.

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