Meine Meinung: Warum Pewdiepie der beste "Let's Play"-YouTuber ist

Nele Harms

33 Millionen Abonnenten hat YouTube-Star Pewdiepie - einfach nur, weil er Computer spielt, dabei rumschreit und das dann filmt. fudder-Autorin Nele Harms findet: Pewdiepie ist der Beste!



"How's it going bros? My name is Peeeeeeewdiepie!", hört man den derzeit beliebtesten YouTuber am Anfang seiner Videos sagen. "And welcome to the next episode of..." Pewdiepie heißt eigentlich Felix Kjellberg und kommt aus dem schwedischen Göteborg. Er verdient mit seinen Videos mehr Geld, als es je ein anderer YouTuber geschafft hat. 33 Millionen Abonnenten hat er auf seinem Channel – seine "Bro Army". Vor allem sogenannte "Let's Plays" und "Gameplays" lädt der Webvideoproduzent hoch.


Bei einem Let's Play geht es darum, sich beim Computerspielen mit einer Kamera zu filmen und das Geschehen auf dem Bildschirm zu kommentieren. Pewdiepie macht das mit einem abgedrehten Humor – und auf Englisch, damit er sein Publikum besser erreichen kann.

Nicht jeder versteht den Sinn eines Let's Plays. Es macht ja auch viel mehr Spaß, das Spiel selbst auszuprobieren und alleine herauszufinden, wie es weiter geht. Einen Vorteil hat es jedoch, nämlich: Wenn man an einer bestimmten Stelle im Spiel feststeckt und aufs Verrecken nicht weiter kommt. Dann kann ein Let's Play weiterhelfen. Vielleicht hat man selbst ja irgendein Detail übersehen, das der Let's Player aber entdeckt hat.

Lachkrämpfe, Schreie und Tränen

Bei Pewdiepie kann man zusätzlich mit viel Rumgeschrei und wahnsinnigem Gelächter rechnen – ein großer Unterhaltungsfaktor.  Ab und zu rutscht ihm auch mal ein schwedischer Fluch raus. Verrückte Lachkrämpfe, plötzliche Schreckensschreie und sein quirliges Gelaber sind seine Markenzeichen. "Ich habe keine Hose an. Fühlt ihr euch jetzt unwohl?", kommentiert er plötzlich. Das wirkt manchmal kindisch und albern, dann aber auch irgendwie wieder witzig. Bei manchen Dingen falle ich vor Lachen fast vom Stuhl.

In seinen "Funny Montages", Zusammenstellungen der witzigsten Momente aus seinen Let's Plays, kommentiert er zum Beispiel die Hinterteile von Spielfiguren, eliminiert Zombies auf idiotische Art und macht sich über Kim Kardashian oder die Boygroup One Direction lustig. Manchmal liest er auch seine eigene Fanfiction vor – Geschichten, die seine Fans über ihn geschrieben haben. Dabei verstellt er seine Stimme und lacht über sich selbst.

Vor allem Horrorgames hat er in den letzten Jahren gespielt. Die stehen bei mir allerdings nicht ganz oben auf der Liste. Ich mache es mir lieber bei einem Let's Play von "The Walking Dead" gemütlich – dem Pendant zur gleichnamigen TV- und Comic-Serie.

Ganze Playlists hat Pewdiepie mittlerweile: vom Impossible Quiz, einem Quiz, bei dem man unsinnige Fragen beantworten muss, bis hin zum Zombie-Drama "The Last of Us" ist fast alles dabei. Als meist abonnierter YouTuber braucht er eben auch eine große Auswahl. Wer sich Games mit langen Storys anschauen will, kommt bei ihm auf jeden Fall auf seine Kosten.

Ich würde mir die Ohren zuhalten

Zur ersten und zweiten Staffel von "The Walking Dead" hat Pewdiepie zwei lange Playlists angelegt. Mein Favorit sind Storys, deren Verlauf man durch gewisse Entscheidungen komplett ändern kann – wie bei "Heavy Rain" oder "The Wolf Among Us". Diese verfolge ich auf seinem Kanal schon eine ganze Weile. Sogar "Flappy Bird" soll durch ihn bekannt geworden sein. Bei diesem Spiel versucht man, eine Vogelfigur zwischen Gegenständen hindurch zu lenken, ohne diese zu berühren. Passiert es doch, fängt man das Level wieder von vorne an.

Wo andere Let's Player ernst bleiben oder mit eher seichtem Humor kommentieren, beeindruckt Pewdiepie seine Fans mit seiner Abgefahrenheit. Manchmal beschweren sie sich auch bei ihm – zum Beispiel, wenn er während einer Dialogsequenz seinen dusseligen Mund einfach nicht halten konnte. Haben die Spiele einen emotionalen Hintergrund, kann es schon mal sein, dass Pewdiepie heulend vor seinem Bildschirm sitzt, vielleicht weil sein Lieblingscharakter gestorben ist.

Bei Pewdiepie habe ich das Gefühl, als säße er direkt neben mir im Zimmer und würde während des Spielverlaufs seine Gefühle mit mir teilen – wenn auch auf so laute und verrückte Art und Weise, dass ich mir wahrscheinlich irgendwann die Ohren zuhalten würde. Dennoch ist Pewdiepie mein Let's Player-Favorit. Gerade wegen seiner Verrücktheit.



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[Foto: Screenshot]