Bürgerentscheid

Meine Meinung: Warum ich am Sonntag mit Nein stimme

Gina Kutkat

Am 24. Februar stimmen die Freiburgerinnen und Freiburger über den neuen Stadtteil Dietenbach ab. fudder-Redakteurin Gina Kutkat fragt: Wie kann man dagegen sein? Für sie gibt es keine andere Lösung.

Vieles wurde in den letzen Wochen zu Dietenbach gesagt. Viel wurde diskutiert, debattiert und gestritten. Wer sich mit dem Bürgerentscheid auch nur ein bisschen auseinandergesetzt hat, kennt die wichtigsten Argumente beider Seiten: Die Befürworter sagen, Freiburg braucht Dietenbach, um den entstehenden Wohnraumbedarf zu decken. Die Gegner bezweifeln die Notwendigkeit für den neuen Stadtteil und führen an, dass dieser erst die Nachfrage schaffe. Außerdem werden jede Menge ökologische Aspekte aufgeführt, die gegen Dietenbach sprechen.


Man kann die Gegen-Argumente drehen und wenden, wie man will. Ich finde, es gibt keine andere Lösung, als für Dietenbach zu stimmen. Wieso? Dietenbach ist aus ökologischer und sozialer Sicht einfach nur sinnvoll: Natürlich wird mit dem Bau eines neuen Stadtteils in die Natur eingegriffen. Aber wenn der Eingriff nicht hier in der Stadt geschieht, geschieht er irgendwo anders, wahrscheinlich im Umland. Das ist auch nicht besser. Die Wohnungen, die in Dietenbach entstehen, sollen nicht für Großverdiener, sondern für Menschen mit mittlerem und kleinem Einkommen sein. Langfristig bezahlbare Mieten werden durch die Freiburger Stadtbau, Genossenschaften, das Mietshäusersyndikat garantiert.

Natürlich löst Dietenbach nicht alle Probleme, die es in Freiburg gibt, auf einen Schlag. Aber Dietenbach ist ein Anfang. Es ist Zeit, dass Freiburg endlich aus dem Dornröschenschlaf erwacht und sich bewegt. Eine Stadt ist nicht dafür gemacht, stillzustehen. Ihre Bewohnerinnen und Bewohner schon gar nicht. Eine Stadt muss wachsen, sich weiterentwickeln. Eine Stadt braucht Veränderung und Abwechslung. Wer sich immer mit dem Gleichen umgibt, niemals aus seiner Routine ausbricht und nicht offen für Neues ist, verklebt innerlich.

Das gilt übrigens nicht nur für Städte. Dietenbach bedeutet: Freiburg schafft Platz für die Leute, die hier leben, und die Leute, die hier bald leben möchten. Wie kann man gegen so etwas sein? Wer möchte an einem Ort wohnen, an dem kein Platz für andere ist? Oder an den niemand ziehen kann, weil er oder sie es sich nicht leisten kann? Ich nicht.
Denn sie wissen, was sie wollen: Junge Freiburger über Dietenbach

Freiburg war schon immer eine besondere Stadt, weil hier so viele Menschen aufeinandertreffen, die anderswo herkommen. Es ist die Mischung aus Einheimischen, Studierenden aus aller Welt, jungen Arbeitnehmern, Ökos, Spießern, Hippies und vielen anderen. Ich weiß nicht, ob das alle so schön finden? Für mich war es auf jeden Fall der Grund, mir diese Stadt zum Leben auszusuchen.

Weil sie mir das Gefühl gibt, eine offene Stadt zu sein, die jeden und jede willkommen heißt. Wenn Dietenbach nicht gebaut wird, werden die Mieten noch teurer und immer weniger junge Menschen und Familien können es sich leisten, in der Stadt zu wohnen.

Freiburg braucht Dietenbach. Deswegen stimme ich am Sonntag mit Nein – und damit für Dietenbach.
Eine Sonderausgabe des Amtsblatts informiert über die Positionen der im Gemeinderat vertretenen Parteien zum neuen Stadtteil Dietenbach. Dabei kommen die Positionen des Gemeinderats, der Verwaltung und der Initiatoren des Bürgerentscheids gleichberechtigt zu Wort.

Download: Amtsblatt Sonderausgabe: Bürgerentscheid Dietenbach

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