Meine Meinung: Papstbesuch-Helferin Jennifer Dresch freut sich auf den Papstbesuch

Regina Kleissler

Jetzt isser' da: seit Donnerstagmittag ist Papst Benedikt XVI. in Deutschland. Im Bundestag war er schon, am Abend wurde Messe im Olympiastadion gefeiert, am Freitag geht's nach Thüringen - und damit beginnt auch der Countdown für Freiburg. Welche Erwartungen, welche Gefühle stellen sich unmittelbar vor der Ankunft des Papstes in Freiburg ein? Jennifer Dresch, die bei der Organisation des Papstbesuches mithilft, freut sich auf den Besuch von Papst Benedikt XVI.

"Ich freue mich auf den Besuch von Papst Benedikt, weil es etwas ganz Besonderes für Freiburg ist und - auch, weil es etwas Besonderes für mich ist das mitzuorganisieren. Es ist ein einmaliges Erlebnis.


Ab Donnerstagabend bin ich wahrscheinlich im Stress, weil es da losgehen wird. Bis es am Samstag wirklich ernst wird, muss ich noch ganz viel vorbereiten, aufbauen, auf dem Flugplatz helfen, das My Tent-Zelt aufstellen, Ikea-Möbel aufbauen und ansonsten einfach schauen, was kommt. Das wird wohl ein bisschen chaotisch, hoffentlich aber auch einigermaßen geregelt ablaufen Ich werde an den zwei Tagen, wenn der Papst in Freiburg ist, im 'My Tent' Auskunft geben, welche Aktionen zwischen den Gottesdiensten stattfinden werden und wann und warum welche Lesungen vorgetragen werden. Das 'My Tent' ist das einzige inhaltliche Zelt beim Papstbesuch, wo man auch selbst etwas machen kann, zum Teil interaktiv mit verschiedenen Medien. Es soll Jugendliche anregen, sich Gedanken über Gott, die Kirche, die Gesellschaft und sich selbst zu machen. Interessant ist auch, dass man die Gelegenheit haben wird, mit einem von sieben Bischöfen Einzelgespräche zu führen.

Bei der Jugendvigil lese ich drei Texte vor. Die Texte habe ich schon, sie stehen schon seit einigen Wochen fest, genauso wie die Reden von Papst Benedikt, dem Erzbischof und die Fürbitten. Meinen Text habe ich mir bis jetzt erst einmal durchgelesen - Ich werde ihn am Freitag in der großen Generalprobe mit dem Fernsehen nochmal üben und dann muss das klappen.

Ob der Papstbesuch etwas Größeres für Freiburg bedeutet oder sogar etwas verändert, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich glaube, dass Freiburg im Moment sehr stark in den Schlagzeilen ist und dass der Papstbesuch die Menschen gerade spaltet.

Ich finde gut, dass sich die Leute Gedanken machen, vor allem, dass sich so viele junge Leute Gedanken machen und nicht einfach das nachreden, was ihnen irgendwann in der Schule oder von den Eltern erzählt wurde. Von manchen, vor allem älteren Leuten, gibt es aber nur böswillige Kommentare, da habe ich schon eigene Erfahrungen gemacht.

Ich habe am Papstinfostand auf dem Münsterplatz gearbeitet und da kamen viele, um einfach mal Dampf abzulassen - das ist ja grundsätzlich auch in Ordnung. Dabei sollte man aber wissen, wovon man redet. Einmal kam ein Protestant zu mir und erzählte mir, dass der Papstbesuch scheiße sei, aber dass der Papstbesuch an sich eigentlich ökumenisch sein sollte, damit die Protestanten auch etwas davon haben. Dieses Beispiel hat mich am meisten schockiert.

Sonst gibt es viele, die sagen, dass der Papstbesuch viel Geld kostet und dass das Geld doch lieber nach Afrika geschickt werden sollte. Und dann gibt es wiederum auch andere, die sich sehr freuen, dass der Papst kommt und dass Freiburg so eine einmalige Chance bekommt.

Ich selbst stehe aber nicht komplett hinter dem Papst und hinter allem, was die Kirche sagt, zum Beispiel im Bezug auf die Verhütungsdebatte oder die Situation der Frauen in der katholischen Kirche. Damit bin ich nicht zufrieden. Ich mache mir meine Meinung. Ich gehe in die Kirche und ich gehe gerne in die Kirche. Ich mache aber nicht alles mit.

Aber ich bin auch froh, wenn es wieder vorbei ist. Wenn ich nachts wieder ruhig schlafen kann und keinen Stress mehr habe. Ich hoffe, dass es in Freiburg und für Freiburg danach wieder ruhiger wird."



Zur Person


Jennifer Dresch
ist 21 Jahre alt und studiert Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule in Freiburg.

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  [Bild: dpa, Privat]