Kommentar

Meine Meinung: Multilevelmarketing verkauft via Instagram eine Illusion

Joshua Kocher

Vitaminkapseln, ätherische Öle, Kosmetikprodukte: Wenn Freunde plötzlich diese und andere Produkte auf Instagram anpreisen, wird’s schwierig, meint Joshua Kocher.

Da wird doch nichts Böses dahinter stecken. Wir sind doch befreundet. So denken viele Menschen in den sozialen Netzwerken, wenn einer eben dieser Freunde auf Facebook oder Instagram plötzlich seltsame Nachrichten verschickt oder Bilder postet.


Schau mal her, bei mir und vielen anderen funktioniert das. Wir leben jetzt viel glücklicher und gesünder. Magst du nicht auch mitmachen? Doch hinter dem Rat, bestimmte Vitaminpillen einzunehmen oder die Wohnung mit ätherischen Ölen zu beduften – und diese auch zu verkaufen – steckt keine freundschaftliche Sorge, sondern eine Multilevel-Marketing-Vertriebsstruktur. So wird psychischer Druck ausgeübt. Denn was spricht schon dagegen?

Es ist gefährlich, wenn die Grenze zwischen freundschaftlichem Rat und Werbung verschwimmt. Das ist nicht nur ein Phänomen in der Influencer-Szene, sondern tritt zunehmend auch in Freundschaften und bei Verwandten auf. Das glänzende Profil des Anwerbers, der sich mit schicken Klamotten, teuren Handys und manchmal auch mit einem gestählten Körper präsentiert, hat eine starke Anziehungskraft. Vor allem bei Menschen, die sich gerade in einer schwierigen Lebensphase befinden. So kaufen Mütter, die mit ihren Babys zu Hause sitzen, ein überteuertes Fitnessprodukt, das sie an der Ladentheke wohl nie erwerben würden.

Es ist deshalb notwendig, dass Empfehlungsmarketing immer als Werbung gekennzeichnet wird. Vielleicht rettet das sogar manche Freundschaft. Mehr zum Thema: