Meine Meinung: Liebe Straßenbahnnutzer, benehmt euch endlich!

Maren Haase

Laute Handymusik, pöbelnde Teenager und tropfende Fischbrötchen: In den Freiburger Bahnen gibt es zu viele Rowdies - das findet fudder-Autorin Maren Haase. Warum sich alle Tramnutzer doch bitte besser benehmen sollen:



Es ist Montagmorgen und ich sitze in der Straßenbahnlinie 3. Mir gegenüber: Ein grimmig dreinguckendes Teenie-Mädchen. „Pass bloß auf!“, raunzt sie mich böse an. Eigentlich sitze ich ja nur auf einem der Plätze und warte, bis meine Haltestelle kommt. Aber das passt dem Mädchen mit den lilafarbenen Haaren wohl nicht. Sie funkelt mich bedrohlich an und lässt ihren Blick nicht von mir. Die komplette Fahrt über, habe ich Angst, dass sie mich jeden Moment anspringen könnte.


Liebe Mitfahrer, so langsam reicht es mir! Es muss sich was ändern!

Denn das ist nur eine der vielen Situationen, die bei Strabafahrten vorkommen können. Eigentlich echt traurig und wirklich unangebracht. Täglich fahren tausende Freiburger mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und verhalten sich oft unangemessen. Was geht in euren Köpfen vor, wenn ihr euer Fischbrötchen mit Remoulade mitten in der Bahn esst und nicht darauf achtet, dass euch die Soße direkt auf den Nachbarsitz tropft? Ich bin mir sicher, dass der nächste Passagier die Remoulade nicht vom Polster lecken will.

Ohnehin ist es ja verboten, in Freiburger Bussen und Bahnen zu essen und zu trinken - aber daran halten sich zu viele Leute nicht. Wenn die Tramfahrer die Bandansage mit dem Essverbot anmachen, weil sie auf den Überwachungskameras einen Döner-Esser entdeckt haben, wird der Döner einfach versteckt. Was ist so schwer daran, Fast Food eben schnell auf einer Bank am Bertoldsbrunnen zu essen, anstatt ihn mit ihn die Tram zu nehmen?

Wir sind hier nicht bei einer talentfreien RTL-Samstagabend-Show

Und Wenn ihr nicht esst, liebe Mitfahrer, dann hört ihr oft genug auch noch Musik. Eigentlich dachte ich, das Ding mit den Handylautsprechern wäre schon lange vorbei. Anscheinend nicht. In Elektronikmärkten kann man die schon für fünf Euro kaufen. Ich sitze also auf einem der Plätze und mir gegenüber ein Junge, der über seine Smartphone-Lautsprecher in voller Lautstärke Musik hört. Beinahe hätte ich mit meinem guten alten NSYNC-Album lautstark geantwortet.
Eigentlich ist Singen ja etwas wirklich Tolles. Aber bitte nicht in der Bahn! Und vor allem wenn ihr nicht singen könnt: Lasst es! Jedes Mal bekomme ich Kopfschmerzen und muss an Adele denken, die sich alle Haare ausreißen würde, wenn sie euch hören könnte! Wir sind hier nicht bei einer talentfreien RTL-Samstagabend-Show, denn dann wäre ich auf meinem Sofa und würde dazu Popcorn bekommen.

Was ich auch wirklich schrecklich finde, Mitfahrer, ist, wenn ihr in die Bahn steigt und dann einfach stehen bleibt. Was soll das?! Habt ihr noch nie die Durchsage gehört, dass man in die Mitte durchlaufen soll? Da staut sich also ein riesiger Klumpen Menschen an, nur weil ein oder zwei von euch stehengeblieben sind. Unnötig! Wenn ich dann aussteigen will, geht das nicht. Und warum? Weil ihr die Wege versperrt. Ihr habt Füße. Benutzt sie und lauft weiter. An dieser Stelle ein Dankeschön, für all die verpassten Haltestellen!   Also, liebe Freiburger, bitte benehmt euch endlich mal in den öffentlichen Verkehrsmitteln! Es ist keinem geholfen, wenn ihr alte Menschen auslacht oder vier Plätze in Anspruch nehmt. In nächster Zeit einfach mal ein bisschen angemessener verhalten: Ist echt nicht so schlimm, wie ihr denkt.   Zur Person Maren Haase ist 21 Jahre alt und kommt aus Freiburg. Sie ist freie Mitarbeiterin bei fudder, und wenn sie nicht gerade mit ihrer Gruppe Dope Skit Hiphop tanzt, pflegt sie ihr Weblog MarenVivien.de.



"Meine Meinung"

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[Fotos: Manuel Lorenz]