Meine Meinung: Lasst das mit den Neujahrsvorsätzen sein

Enya Steinbrecher

Neujahrsvorsätze sind etwas Tolles: Fast jeder hat sie, fast niemand setzt sie um. Nach zwölf Tagen im neuen Jahr sind sie bereits vergessen. fudder-Mitarbeiterin Enya plädiert dafür, Neujahrsvorsätze abzuschaffen.

Zwölf Tage von 2018 sind erst vergangen, und trotzdem sind die Neujahrsvorsätze, die man sich vor weniger als zwei Wochen noch vorgenommen hat, längst vergessen. Unter dem Hashtag #newyearnewme teilten damals tausende übermotivierte Menschen ihre Neujahrsvorsätze auf den sozialen Medien. Jetzt jedoch wollen sie von ihnen schon nichts mehr wissen.


Deshalb bin ich dafür, sie ganz abzuschaffen. Neujahrsvorsätze sind einerseits übertrieben: Ab dem neuen Jahr will man eine völlig andere Person sein. Wer schon die letzten Jahre keinen Sport getrieben und sich nur von Fastfood ernährt hat, jeden Abend feiern war und am Morgen verkatert, nach Zigarettenrauch stinkend aufgewacht ist, wird von einem Tag auf den anderen nicht damit aufhören.

Wieso dieser selbstproduzierte Stress?

Ich finde, man sollte seine Vorsätze einfach dann angehen, wenn sie einem in den Kopf kommen. Jeder hat diesen einen Auslöser, der ihn dazu bewegt, mehr Sport zu treiben: Sei es der Blick auf die Waage, das nach Luft schnappen nach den vielen Treppenstufen, wenn der Aufzug nicht funktioniert, oder die Speckröllchen, die rechts und links über die Skinny-Jeans hängen. Geh doch einfach joggen, wenn du Sonne scheint und wenn dir der Gedanke in den Sinn kommt. Im Winter wirst du bei Minusgraden sowieso nicht vom Sofa hochkommen. Für viele ist jedoch der Gedanke an Neujahr als Startdatum für die guten Vorsätze ein guter Grund, sich den Rest des Jahres nicht mit unangenehmen Änderungen befassen zu müssen.

Wieso überhaupt dieser zusätzliche, selbstproduzierte Stress? Weil es alle machen und wir in die Gesellschaft passen wollen. Die meisten Ziele setzen wir nicht für uns – abnehmen, gesünder ernähren, mit dem Rauchen aufhören. Sie sind die Klassiker und alle unsere Freunde haben sie sich vorgenommen. Sollen wir jetzt etwa den ganzen Januar alleine auf der Couch netflixen und uns mit Chips und Schokolade vollstopfen? Ich finde: ja! Mach doch einfach, worauf du Lust hast.

Gute Vorsätze lieber zu gegebener Zeit

Die Nacht vom 31. Dezember auf den ersten Januar bringt schon mit sich, dass man sich die nächsten Wochen beim Datum verschreiben wird. Gute Vorsätze wie abnehmen, Sport machen und öfter rausgehen sollten wir daher einfach den Monaten überlassen, in denen man beim Gang vor die Tür nicht zu erfrieren droht und die Sonne auch am Nachmittag noch scheint.

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