Meine Meinung: Kappel ist Freiburgs geilster Stadtteil!

Nele Harms

Unter fudder-Autoren ist ein Wettstreit entbrannt: Welcher ist Freiburgs geilster Stadtteil? Kappel ist am grünsten, sagt Nele und prangert die Urbanisierung anderer Stadtteile an. Denn hier kommt man der Natur am Nähesten:



Kappel ist Freiburgs geilster Stadtteil. Wo sonst kann man wirklich seine Ruhe haben - umgeben von nichts anderem als dem morgendlichen Vogelzwitschern, dem Anblick eines wilden Reihers auf dem Bach oder den lichtdurchfluteten Weiden, auf denen Nachbars Kühe grasen? Nirgendwo anders denn in Kappel!


Denn wir sind einer der letzten Stadtteile, der nicht überurbanisiert ist. Das höchste Gebäude hat vielleicht gerade mal drei Stockwerke, Clubs und Bars sind so gut wie nicht vorhanden und der einzige Bahnhof ist verlassen und hat sich der Wildnis angepasst. Zum Gipfel des Schauinsland braucht es nur drei Wanderstunden, deshalb durchqueren immer wieder Mountainbiker oder Wanderer, ja sogar Pferdekutschen das Tal. Große Weiden oder am Hang gelegene Wiesen haben wir im Übermaß, dementsprechend viele Ziegen, Schafe, Kühe und Pferde.

Natürlich gehört zu so einer Idylle auch, dass der einzige Lebensmittelversorger so groß wie ein Kiosk ist oder man erst zum nächsten Edeka an der Grenze zu Littenweiler fahren muss, um sich ausreichend mit Lebensmitteln auszustatten. Aber was tut man nicht alles, um im grünsten und naturnächsten Stadtteil zu wohnen? Eben.

Dennoch gelangt man leicht in die Stadtmitte – denn Busse und Straßenbahnen fahren jede paar Minuten. Wer viel Ausdauer hat, nimmt das Rad. Auf diese Weise kann man den Stadtteil nicht nur aus dem Busfenster betrachten, sondern kommt direkt auf den viel befahrenen Dreisamweg, der den  Radfahrer direkt an der Dreisam und dem Deutsch-Französischen Gymnasium entlang ins Herz der Stadt führt.

Trotz der geringen Größe haben wir einen eigenen Fußballverein und sogar einen eigenen Weihnachtsmarkt. Im Winter nutzen wir einfach unsere nächste Umgebung zum Schlittenfahren, es ist ja sowieso überall steil und bergig. Kunstinteressierte kommen auf dem Kamelberg auf ihre Kosten: Dort hat der Künstler Thomas Rees nach dem Sturm Lothar 2002 ein Paradies aus Holzkunstwerken geschaffen. Neben einem aus stämmigen Ästen gebauten Holzkamel lässt sich hier auch die Kindergrippe Jesu vorfinden – natürlich zusammen mit Maria, Joseph und den Hirten.

Bewegt man sich ins hinterste Tal Richtung Molzhofsiedlung, passiert man lauter blökende Schafe und nicht zuletzt den Junghof. Dieser hat schon vielen den Traum vom Glück auf dem Pferderücken erfüllt.
Zum Schluss darf man die alternativen Kleinbewegungen nicht außer Acht lassen – auch hier gibt es viele Hippies. Und das erkennt man nicht nur an den AKW-Demo-Fahnen und Aufklebern. Wir haben unsere ganz eigene Wohnwagensiedlung. Und natürlich einen Waldkindergarten.

Zur Person

Nele Harms ist 19 Jahre alt und lebt seit 2013 in Freiburg. Von Januar bis März war sie als Praktikantin bei fudder und BZ-Online tätig. Nun ist sie weiterhin bei fudder aktiv. Im Wintersemester beginnt sie ihr Studium. Wenn Nele nicht am Schreiben ist, begibt sie sich in die Welt der Bücher und Computerspiele oder lernt japanisch.

"Meine Meinung"

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