Meine Meinung: Jagd passt nicht ins 21. Jahrhundert

Maria-Xenia Hardt

"Jagd ist notwendiger Naturschutz!" Dieses Argument, mit dem Jäger ihr Handeln begründen, lässt Ulrike Marquart nicht gelten. "Würde die Jägerschaft die natürlichen Gefüge nicht durcheinander bringen, wären auch keine Jäger nötig, um etwas zu korrigieren", sagt die Tierärztin aus Laufenburg, die seit drei Jahren Mitglied im Verein 'Natur ohne Jagd' ist. Ihre Meinung:

„Die Jagd hat als Hobby in unserer Zeit nichts mehr mit Notwendigkeit zu tun.

Früher diente sie der Nahrungsbeschaffung, heute ist sie lediglich eine Option zur Lustbefriedigung über den Weg des Waffengebrauchs, der Tierquälerei bis hin zum Vorgang des Tötens.


Jäger, die im Zusammenhang mit ihrem Hobby heute von Naturschutz reden, sollten zunächst einmal die Boden- und Gewässerbelastung durch ihre Bleimunition betrachten. Umweltorganisationen sprechen hier von rund 1500 bis 2000 Tonnen Bleieintrag pro Jahr. Jäger, die ihr Hobby als notwendige Regulation verstehen, sollten sich Gebiete in Europa anschauen, in denen es der Natur und der Tierwelt ohne Jagd wesentlich besser geht.

Erst da, wo der Jäger eingreift, entsteht ein Ungleichgewicht.  Erst durch jägereigene Manipulationen, Fütterungen und die Beseitigung natürlicher Feinde entstehen diese für die Regionen unverträglichen Artendichten, die wiederum von der Landwirtschaft beklagt werden.

Würde die Jägerschaft die diversen natürlichen Gefüge nicht durcheinander bringen, wären auch keine Jäger nötig, um etwas zu korrigieren.

Aber genau hier liegt das Problem. Die populationsfördernden jagdlichen Maßnahmen bleiben der Öffentlichkeit zumeist verborgen. Was ans Licht kommt, sind die als notwendig dargestellten und oft verzweifelt aussehenden Versuche der Jägerschaft, dies alles wieder in Ordnung zu bringen.

Mit dieser Täuschung versuchen sie, der Allgemeinheit gegenüber ihr Dasein zu rechtfertigen. Viele im Tierschutzgesetz verankerte sinnvolle Verbote haben für Jäger keine Geltung beziehungsweise sind durch Ausnahmeregelungen quasi aufgehoben.

Nur rund 30 Prozent der Tiere, die der Jagd zum Opfer fallen, sind sofort tot. Die ’Kollateralschäden’ dieses mörderischen Hobbys neben den fünf Millionen getöteten Tieren pro Jahr: rund  40 getötete Menschen, rund  600 zum Teil schwer Verletzte, rund 300.000 getötete Katzen sowie rund  45.000 getötete Hunde.“

Zur Person

Ulrike Marquart istTierärztin in Laufenburg und Mitglied im Verein Natur ohne Jagd e.V.

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[Bild 1: Carolin Buchheim; Bild 2: Privat]