Sommerzeit

Meine Meinung: Ich finde die Zeitumstellung super

Theresa Ogando

Am Wochenende wird wieder an der Uhr gedreht. EU-Parlamentarier und die meisten Deutschen wollen, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird. fudder-Autorin Theresa Ogando sieht das anders – sie liebt den Mini-Jetlag.

Seit 1980 passiert es zwei Mal im Jahr: Die Zeit wird umgestellt. Früher musste man mühsam an den Rädchen der Uhren drehen, heutzutage bemerkt man die Umstellung teilweise gar nicht, da die Uhr des Handys sich von alleine umstellt.


Die Sommerzeit wurde in Deutschland nach der Ölkrise der 70er Jahre wiedereingeführt, um Energie zu sparen. Das Konzept hat sich nicht bewahrheitet, denn obwohl abends weniger Lampen eingeschaltet werden, wird vor allem im März, April und Oktober durch die Sommerzeit vermehrt morgens geheizt.

Umfragen zufolge wünschen sich Dreiviertel der Deutschen eine Abschaffung der Zeitumstellung. Zuletzt hatten sich 73 Prozent der Befragten in einer Studie des Forsa-Instituts dagegen ausgesprochen.

"Ich verstehe diese Negativität gegenüber der Sommerzeit nicht."
Viele beschweren sich über den Mini-Jetlag zwei Mal im Jahr und beklagen, dass die Umstellung nichts nütze. Und auch die Europa-Parlamentarier sind gegen die Sommerzeit. Im Februar stimmten 348 Abgeordnete gegen die Sommerzeit, nur 154 dafür. Momentan überprüft die EU-Kommission die Vor-und Nachteile der Zeitumstellung.

Ich verstehe diese Negativität gegenüber der Sommerzeit nicht und freue mich auf die Umstellung am Wochenende. Mini-Jetlag hin- oder her: Eine Stunde länger die Sonne auf dem Balkon oder im Park genießen, längere Grillabende im Sommer, mehr Zeit für Sport draußen, generell mehr Sonnenstunden, die man nutzen kann. Wie kann man dagegen sein?

"Sonnenlicht hat viele positive Effekte, das merkt man auch an sich selbst."
Okay, Strom spart man dadurch wohl nicht, es gibt aber auch Studien, die belegen, dass die Sommerzeit durch die eine Stunde Sonne, die man mehr nutzen kann, positive Effekte auf die Gesundheit hat. Im Juli geht um fünf Uhr morgens die Sonne auf und um 21.30 Uhr unter. Nach der Abschaffung der Sommerzeit wäre es dann vier Uhr morgens, wenn die Sonne aufgeht. Wie viele Menschen stehen denn um vier Uhr morgens auf und können das nutzen? Fast niemand. Und die Menschen, die schon zur Arbeit gehen, sind dann wahrscheinlich in einem koffeinbetriebenem Zombiezustand, in dem es einen nicht interessiert, ob es hell ist oder nicht.

Wer genug Sonnenlicht tankt, der bekommt Vitamin D, Glückshormone und auch Melatonin, was einen ruhigen Schlaf begünstigt. Blutdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden mit wachsenden Sonnenstunden geringer. Sonnenlicht hat viele positive Effekte, das merkt man auch an sich selbst: Wenn man sich im Januar fragt, wann denn das letzte Mal der Himmel nicht grau war und man realisiert, dass man die letzten Abende mit Tee und Netflix im Bett verbracht hat. Dieser leichte Anflug einer Herbst-Winter-Depression verschwindet, wenn der Frühling kommt und für mich ist das immer Ende März, wenn die Uhr eine Stunde nach vorne gedreht wird.

Für die Beibehaltung der Sommerzeit

Viele finden das lästig und sind am nächsten Tag verwirrt. Ich finde es nur bei der Umstellung auf die Winterzeit lästig, weil es schon dunkel ist, wenn ich von der Uni oder Arbeit komme.

Durch die Sommerzeit hat man mehr Zeit nach der Arbeit Sport im Freien zu machen und Leute zu treffen, das wirkt motivierend. Ich hoffe deswegen, dass die EU-Kommission, die gerade Vor- und Nachteile der Sommerzeit untersucht, sich am Ende für die Beibehaltung der Zeitumstellung entscheidet.

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