Meine Meinung: Fasnet wird erst in einer Zunft richtig gut

Franziska Brandsch

Fasnet wird erst durch das Zunftleben super, findet Fudder-Autorin Franziska Brandsch. Die 24-Jährige ist seit 2012 Mitglied bei der Zunft der Belchengeister und Chäsliwieber aus dem Münstertal.

In einer Narrenzunft zu sein ist in etwa so, als hätte man eine zweite große Familie. Der Zusammenhalt ist etwas ganz Besonderes. Selbst bei einer Zunft mit Hunderten von Mitgliedern kennt man sich schnell. Darum sollte man vorsichtig sein, wenn man nur feiert, um über die Stränge zu schlagen. Wer sich nicht benimmt oder andere beleidigt, fliegt schnell raus.


Mit dem 11. November steht die diesjährige Fastnacht vor der Tür. In Freiburg und Südbaden ist es für viele Narrenzünfte an diesem Tag Tradition, die fünfte Jahreszeit einzuläuten. Auch wenn die schwäbisch-alemannische Fastnacht ihren Beginn offiziell erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag, hat, nutzen viele Narrenzünfte den Tag für die Taufe ihrer Neumitglieder.

Wichtig: Sich selbst nicht ernst nehmen

Die Taufe gilt als symbolisches Aufnahmeritual in eine Zunft und kann so unterschiedlich wie die Narrenhäs ausfallen. Manche Zünfte taufen mit Konfetti, andere mit Wasser – und nicht nur ein paar Tropfen. Bei meiner Taufe wurden mir ganze Gießkannen über den Kopf geleert. Das habe ich aber gerne in Kauf genommen, da es in einer Zunft wichtig ist, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

Man braucht Zeit fürs Zunftengagement. Von November bis Januar beziehungsweise Februar finden die Proben für die drei Zunftabende statt: vom Schmutzige Dunnschdig bis zum Fasnet-Samschdig. An denen führen wir ein Programm aus Nummern, kleinen Theaterstücken, und Tänzen auf. Ab dem Dreikönigstag finden zusätzlich jedes Wochenende Narrentreffen oder Hästrägertreffen statt, ebenso wie Umzüge, bei denen die ganze Zunft zusammenkommt, um sich mit anderen Zünften zu treffen.

Ein gewisses Engagement sollte jeder Narr mitbringen

Langweilig ist das nie, denn keiner der Umzüge gleicht dem vorherigen. Jedes Jahr sind wir in anderen Städten und lernen so auch immer wieder neue Leute kennen. Jeder von uns ist immer wieder aufgeregt, wenn wir in den Bus einsteigen und wissen, eine neue Fasnet beginnt.

Bereits auf der Fahrt spielen die Belchenbätscher unserer Zunft teilweise schon ihre Lieder und sorgen so selbst bei Regen oder Schnee für gute Stimmung. Es ist dabei jedem selbst überlassen, woran er teilnehmen möchte und woran nicht. Ein gewisses Engagement sollte jedoch jeder potentielle Narr mitbringen.

In diesem Sinne: Bello Narro und allen eine glückselige Fasnet!

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