Meine Meinung: Es wäre ein Fehler, die UB über Nacht zu schließen

Fabian Thomas

Die Uni will sparen und überlegt, die UB über Nacht zu schließen. Doch die Studierenden sollten selbstbestimmt lernen können, findet fudder-Autor und Nachteule Fabian Thomas. Hier ist sein Plädoyer für die Magie der UB-Nächte.

Es ist still. Kein Fahrstuhl piepst, nur Tasten klicken leise. Niemand redet. Und es gibt Platz für alle. In der UB ist nachts eine Lernatmosphäre, die kein WG-Zimmer ersetzten kann. Denn die UB ist nur zum Lernen da. Und das ist gut so. So kann man nach dem Lernen nämlich nach Hause gehen und die Uni hinter sich lassen. Studierende sollten Wohnen und Arbeiten trennen können, wenn sie wollen.


Außerdem sollten Studierende nicht vorgeschrieben bekommen, wann sie zu lernen haben. Nächte in der UB sind auf Dauer nicht gerade gesund. Und viele UB-Nachtschwärmer haben vermutlich ein Zeitmanagement auf Niveau des BER-Flughafen. Trotzdem sollten alle lernen können, wann sie wollen.

"Die Uni sollte ein Ort sein, an dem sich jeder ausprobieren kann."


Erstens, weil manche Studierende nachts besonders gut lernen können. Zweitens, weil es Studierende gibt, die nicht anders können, als nachts zu lernen. Um die nächste Deadline einzuhalten, muss fast jeder irgendwann mal eine Nacht durchmachen. So ist das eben. Die offene UB hilft da.

Drittens, weil Studierende frei sind. Das nächtliche Lernen ist nicht für jeden etwas. Aber lasst uns das selbst herausfinden! Die Uni sollte ein Ort sein, an dem sich jeder ausprobieren kann. Eine 24/7 geöffnete Bib ist ja auch eine Botschaft. Sie sagt: Ihr könnt lernen, wann ihr wollt. Und ihr entscheidet, was die beste Zeit für euch ist. Bitte lasst uns diese Freiheit.

Die Uni sollte international vorne mitspielen

Nur 30 bis 90 Studierende sollen es sein, die sich den Luxus der langen Nacht der UB leisten. Doch sind es immer die selben? Oder sind es, auf lange Sicht, viel mehr Studierende, die regelmäßig kommen? Bevor sie weitere Schritte erwägt, sollte die Uni diese Frage beantworten.

Auch darf man bedenken, dass ein Teil der letztes Jahr eingeführten Studiengebühren für EU-Ausländer an die Hochschulen fließen. Die Mehreinnahmen sollen für die Förderung der ausländischen Studierenden eingesetzt werden. In China und den USA, zwei Länder aus denen viele der ausländischen Studierenden kommen, sind rund um die Uhr geöffnete Bibliotheken Standard. Und Standard sollte das auch in Freiburg sein. Denn die Uni will ja international vorne mitspielen.

"Hausarbeit um 23.59 Uhr hochladen und danach feiern gehen - leider geil."

Und schließlich ist eine 24/7 Bib einfach leider geil. Studentenfutter ballern, Hausarbeit um 23.59 Uhr hochladen und danach feiern gehen - leider geil.

Dieser Artikel wird übrigens von einem großen aficionado der UB-Nächte geschrieben. Sollte es wirklich zu einer nächtlichen Schließung kommen, möchte ich schon jetzt aufrufen: "Nachtschwärmer aller Studiengänge, vereinigt euch!"

(Dieser Text wurde um 4.07 Uhr geschrieben – in der UB)

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