Meine Meinung: Die Vier-Tage-Woche ist super! – Der Mai mit seinen vielen Feiertagen hat es bewiesen

Dorothea Winter

Durch die vielen Feiertage hatten die meisten Arbeitnehmer den Mai über zwangsläufig eine Vier-Tage-Woche. fudder-Autorin Dorothea Winter findet dieses Modell total zeitgemäß und ist für eine 30-Stunden-Arbeitswoche.

Fünf Tage die Woche mindestens acht Stunden am Tag bei der Arbeit zu sein ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Unternehmen wie Google oder Facebook machen es vor und der Erfolg gibt ihnen Recht. Sie sind wirtschaftlich erfolgreich und als Arbeitgeber überaus begehrt. Und Sie bieten ihren Arbeitnehmern die Vier-Tage-Woche an. Doch wieso sträuben wir Deutschen uns gegen solche Neuerungen derart?


Die 30-Stunden-Woche ist besser für die Gesundheit

Es ist erwiesen, dass unter zu viel Arbeit die Lebensqualität leidet. Sowohl die körperliche, als auch die psychische Gesundheit verschlechtert sich. Dabei geht es vor allem um psychischen Stress und den fehlenden körperlichen Ausgleich. Kein menschlicher Körper ist dafür gemacht, acht Stunden am Tag und das fünf Tage die Woche durchgängig zu sitzen – und das machen die meisten Arbeitnehmer in Deutschland über viele Jahre hinweg.

Drei Tage Wochenende würde dabei schon viel ausmachen. Drei Tage bieten so viel mehr Zeit für sinnvolle Tätigkeiten, als zwei. In drei Tagen kann man kurze Städtetrips machen – viele beliebte Urlaubsziele sind in wenigen Stunden mit Auto, Bahn und Flugzeug erreichbar. In drei freien Tagen hat man sehr viel Zeit für Familie und Freunde, was im Arbeitsalltag ja sehr oft hinten angestellt wird. Drei Tage sind auch massig Zeit um Hobbys nachzugehen. Egal ob es Sprachen lernen, Sport, ehrenamtliche Arbeit oder eben Puzzeln ist. Natürlich kann man in drei Tagen sich auch viel besser ausruhen, als an zwei – oder die neue Staffel der Lieblingsserie beenden.

Die Produktivität erhöht sich bei der 30-Stunden-Woche

Ein Arbeitstag ist lang. Und acht Stunden am Stück kann sich niemand durchgängig konzentrieren und gute Arbeit abliefern. Ein beachtlicher Anteil der acht Stunden geht für Toilettengänge, Kaffe-Pausen, Träumereien, ineffektives Arbeiten durch Unkonzentriertheit und soziale Interaktion mit den Kollegen drauf. Es wäre ohne Frage sinnvoller, wenn die Arbeitszeit insgesamt komprimiert werden würde und so die wirkliche Arbeitszeit einen größeren Teil annimmt, als das alltäglich Rumgeplänkel.

Außerdem merkt man es oft bei sich selbst, dass man nach Ferien oder einem langen Wochenende viel lieber und frischer zur Arbeit geht, als am Freitag nach einer anstrengenden Woche zum Beispiel. Und diese neue Energie und die gute Laune ist natürlich nicht nur für die Arbeitnehmer und ihr Befinden großartig, sondern selbstverständlich auch für die Firmen und Arbeitgeber. Gut gelaunte und hoch motivierte Mitarbeiter sorgen für ein super Arbeitsklima und bringen das Unternehmen maßgeblich voran. Ist der Arbeitgeber fair und bietet den Mitarbeitern genügend Freiheit zur Selbstverantwortung und konstruktiven Einbringung, so wird die gesamte Produktivität des Unternehmens gefördert. Eine typische Win-Win-Situation also!

In Deutschland wird die Einführung noch lange dauern

Seit der Industrialisierung ist Deutschland bekanntlich nicht gerade Vorreiter, was Innovation und neuartige Ideen und Modelle angeht. In anderen Ländern ist die Vier-Tage-Woche bereits Gang und Gäbe. Doch wir Deutschen sträuben uns davor. Sei es die Angst vor dem Verlust der Sicherheit. Oder der deutsche traditionsreiche Arbeitsethos, an dem niemand rütteln möchte. Doch diese Ängste sind meiner Ansicht nach vollkommen irrational. Ich finde, die Vier-Tage-Woche sollte in Deutschland jedem Arbeitnehmer angeboten werden. Über die jeweiligen Rahmenbedingungen können dann ja im Besonderen verhandelt werden.

Also worauf warten wir noch? Ich finde, jeder sollte selbst entscheiden dürfen, wie lange er arbeitet. Natürlich muss sich jeder gut überlegen, ob es das richtige Modell ist. Gerade kleinere deutsche Firmen können nicht 100 Prozent Gehalt für 70 Prozent Arbeit ihren Mitarbeitern anbieten. Und nicht jeder kann mit nur 70 Prozent seines Gehalts auskommen. Doch große Unternehmen bieten das oftmals an. Da eben keine Effektivitäts-Einbuße stattfindet.Meiner Meinung ist die 30-Stunden Woche genau der richtige Weg in in ein modernes und Menschen-gerechtes Arbeitsumfeld.

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