Emanzipation

Meine Meinung: Die Luxussteuer auf Tampons ist völliger Blödsinn

Katharina Federl

Für Trüffel oder Schnittblumen zahlt man an der Kasse einen ermäßigten Steuersatz, für Tampons volle 19 Prozent. Wie das in Zeiten von Metoo oder Diskussionen über die Frauenquote sein kann, fragt sich fudder-Praktikantin Katharina Federl.

"The future is female": So steht es auf T-Shirts, unter Brücken, an Schulwänden geschrieben, das ist die Botschaft der zahlreichen feministischen Werbespots und weiblichen Social-Media-Vorbilder dieser Zeit. Man könnte meinen, die Emanzipation ist vollständig in unserer Gesellschaft angekommen. Doch das stimmt nicht: Sonst müssten wir in Deutschland nicht immer noch den völlig abstrusen Steuersatz von 19 Prozent auf unsere monatlichen Hygieneartikel zahlen.


Wie kann das sein, während in Kanada, den Vereinigten Staaten, Irland oder Südafrika kein einziger Cent Steuern auf Tampons gezahlt werden muss? Sogar in Indien, dem Land, das immer wieder für die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts in den Schlagzeilen steht, hat verstanden, dass Menstruation kein Luxus ist und Menstruationsprodukte deshalb auch keine Luxusgüter. Auch Australierinnen konnten zu Beginn dieses Jahres feiern, als nach über 18 Jahren Widerstand die Besteuerung für Tampons abgeschafft wurde. Mit Schildern wie "Ich blute für den Kapitalismus" oder "Axe the tax" sind viele auf die Straße gegangen, um für die Abschaffung der Steuer zu demonstrieren.

Und was ist mit uns deutschen Frauen? Tun wir denn gar nichts dafür, dass endlich etwas passiert? Doch: Verschiedene Petitionen werden immer wieder von mehreren zehntausend Frauen und auch Männern unterstützt. Zuletzt war es eine Onlinepetition, die das Onlinemagazin Neon und das Start-Up Einhorn unter dem Motto #KeinLuxus ins Leben gerufen haben, die innerhalb von vier Wochen von mehr als 80.000 Deutschen unterschrieben wurde. Auch zahlreiche Organisationen setzen sich seit Jahren für die Abschaffung der Luxussteuer ein. Nun liegt es an der Bundesregierung und den Politikerinnen und Politikern, dass sich etwas ändert.

Dafür ist es höchste Zeit: Über unsere Periode sollten wir nicht nur überall und so oft wir wollen reden können, sondern sie sollte auch für niemanden ein finanzielles Problem darstellen. Denn wo bleibt da die Gleichberechtigung? Wir Frauen haben es uns nicht ausgesucht, jeden Monat fünf Tage lang zu bluten. Allein deshalb sollte mindestens die Luxussteuer auf Hygieneprodukte entfallen – oder die Artikel gleich komplett kostenlos sein.

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