Meine Meinung: "Bad Banks" ist endlich mal eine gute deutsche Serie

Fabian Thomas

Koks, Sex und viel, viel Geld: Das sind nicht die Bestandteile einer neuen HBO-Serie oder der vierten Staffel Narcos, sondern – Überraschung! – der neuen ZDF-Serie Bad Banks.

In nur sechs Folgen zeigt Bad Banks, wie die junge Bankerin Jana Liekam (Paula Beer) immer tiefer in die kriminellen Machenschaften ihres neuen Arbeitgebers, der Frankfurter Bank Deutsche Global Invest, verwickelt wird.


Die Serie zeigt das Spannungsfeld des modernen Bankerdaseins – – ein Leben, das sich zwischen Luxusapartment, 100-Stunden Woche, und dem nächsten Anleihenverkauf oder "Close", wie die Banker sagen, abspielt. Dabei beleuchtet Bad Banks vor allem das Innenleben der Finanzelite: Da gibt es den Banker Luc Jacoby (Marc Limpach), der als Vorstandssohn fast alles geschenkt bekommen hat, aber jetzt an seiner Kokainsucht zerbricht.

Oder Thao Hoang (Mai Duong Kieu), die im Investmentbanking extrem viel Geld verdient, aber einsam ist und sich in einen Abiturienten verliebt, den sie in einer Studi-Bar abgeschleppt hat. Bad Banks begeistert durch dramatische Bilder und eine spannende Handlung: Selbst Klaus Kleber vom heute-journal gab zu, dass er einem "Binge-watch" zum Opfer fiel und Bad Banks in einer Nacht durchschaute - woraufhin er am nächsten Morgen sehr müde zur Arbeit kam.

In Bad Banks vermissen kann man höchstens Erklärungen zur Finanzindustrie. Anders als in Filmen wie "The Big Short" oder "Wolf of Wallstreet" werden die Strukturen des Finanzwesens kaum erklärt. Wen das nicht stört, der darf sich auf einen gepflegten Serienmarathon im Bett freuen. Das Beste: Bad Banks gibt es kostenlos in der ZDF-Mediathek.

Damit ist Bad Banks eine nette Abwechslung zum dem Quatsch, den ARD und ZDF normalerweise als "Serie" verkaufen – und eine echte Konkurrenz gegenüber Produktionen von Netflix und Co. Das ZDF hat daher gleich mal den nächsten Deal "geclosed": 2019 wird die zweite Staffel von Bad Banks gedreht.