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Meine Meinung: Aldis Plastiktüten-Preis ist ein Schritt in die richtige Richtung

Julia Stulberg

Künftig kosten die Plastiktüten der Obst- und Gemüseabteilung bei Aldi einen Cent. fudder-Autorin Julia Stulberg findet, dass es zwar ein guter Ansatz, aber immer noch nicht genug ist.

Die Aldi-Kette verlangt laut Süddeutscher Zeitung bald Geld für die hauchdünnen Plastiktüten an den Obst- und Gemüseregalen. Gegen eine Gebühr von einem Cent, sollen diese zukünftig über die Ladentheke gehen. Dieser Cent dient dem Discounter als "symbolischer Preis".


Die Reaktionen im Netz sind geteilt, überwiegend aber negativ, gar spöttisch. Ein Cent wäre zu wenig, um etwas zu bewirken. Das die kleinen Plastiktüten durch den "symbolischem Preis" von einem Cent dann Plastik einsparen sollen, bleibt für viele fragwürdig. Geht der Sinn durch den minimalistischen Preis verloren?

Ich finde nicht! Die Aktion der Aldi-Kette stimmt mich trotz allen negativen Kommentaren positiv. Es sind die kleinen Schritte, die große Auswirkungen für die Umwelt haben können. Einen Cent für eine kleine, hauchdünne Plastiktüte auszugeben, tut vielleicht vielen nicht weh. Wird vielleicht von manchen gar nicht wahrgenommen. Doch wenn es nur eine Person durch den "symbolischen" Cent dazu animiert, das nächste Mal einen eigenen Tragebeutel mitzunehmen, hat es sich schon gelohnt. Statt sich spöttisch zu dieser Aktion zu äußern, sollten wir alle unser eigenes Kaufverhalten lieber hinterfragen. Darüber nachdenken, ob die Plastiktüte denn wirklich notwendig ist? Ob man sie danach wenigstens wiederverwendet?

Nehmt mehr Stoffbeutel mit!

Eher finde ich es nach wie vor erschreckend, dass immer noch so viele Kunden zu Plastiktüten greifen. Laut Bundesumweltministerium sind es rund 37 dieser dünnen Tüten pro Person im Jahr. Ein großer Wert, wenn man bedenkt, dass der Großteil nach einmaliger Benutzung entsorgt wird – und das meist nicht mal richtig. Man könnte das Gemüse auch einfach in einen Stoffbeutel, in den Korb oder in den Wagen legen: Ganz ohne Plastik drum herum. Was vielleicht viele vergessen, oder aus Bequemlichkeit nicht einsehen, früher ging es auch ohne Plastiktüte. Fragt doch mal Oma oder Opa.

Auch wenn ich gegenüber dem "symbolischen Preis" positiv gestimmt bin, ist es immer noch nur die Spitze des Eisbergs: Es hapert noch an allen Ecken und Kanten und gibt noch viel zu tun. Vielleicht sollte die Aldi-Kette ihr Augenmerk als nächstes darauf legen, Gemüse und Obst komplett plastikfrei zu verkaufen – egal ob Bio oder nicht. Denn die Natur hat sich schließlich dabei etwas gedacht, die meisten Gemüse- und Obstsorten mit einer Schale zu versehen.

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