Mein viertes Mal mit H-Blockx

David Weigend

Gestern Abend hatte ich zum vierten Mal Gelegenheit, die westfälische Crossoverband H-Blockx zu sehen, diesmal im Jazzhaus. Beim Kramen in alten Kartons fand ich dann sogar noch den Saich, den ich früher nach H-Blockx-Konzerten aufgeschrieben habe. Ein Rückblick.



Juli 1997

Anstoss, Schülerzeitung des Friedrich-Gymnasiums

H-Blockx zu Gast bei der 15. Zeltliebe
"...Frontmann Basti (Wer ist das? Anm. d. Red) kühlte das jubelnde Publikum zwischendurch immer wieder mit Wasserfontänen aus seiner ,Supersoaker' ab und munterte die Meute dazu auf, das Projekt "JugendDenkMal" zu unterstützen."



30. März 2002

Süddeutsche Zeitung, Münchner Kultur

H-Blockx im Colosseum: Harte Eier
"Die Medienpräsenz von H-Blockx ist in letzter Zeit fast schon aufdringlich: Für den Ruhrpott-Klamauk "Was nicht passt, wird passend gemacht" hat die Band den Soundtrack bereichert, auf MTV dreht die gecoverte Hitsingle "Ring of Fire" Ehrenrunden und selbst ARD-Sportbayer Waldemar Hartmann kennt H-Blockx, seit die vier deutschen Crossoverpioniere für Super-Mittelgewichtler Sven Ottke den Einmarsch inszenierten (...)."



12. August 2004

Tagebuch

"Gestern in Köln auf dem Ringfest gewesen. Warm. Am Kiosk haben wir uns früh mit Reissdorf eingedeckt. Zu früh. Dann zu H-Blockx. Die haben ziemlich abgerechnet. Die "Time to move" ist ein Klassiker, auch wenn ich immer noch nicht weiß, was Crossover sein soll. Rap und Metal? Na ja. Severin meint: "Das sind Rage against the Machine für Unpolitische".

Kann mich noch an dieses reißerische Plakat erinnern, Cover vom Wom-Journal, mit diesem Hai drauf, der auf dem ersten Album abgebildet war. Hing in Freiburg an jeder Litfass-Säule. Jedenfalls starker Gig gestern. Letzter Song: Time to Fight."



28. November 2007

Jazzhaus

Sänger Henning Wehland ist etwas dicklich geworden. Und er lässt seine 17-jährige Bühnenerfahrung spielen. In Maidenvans, abgeschnittener Tarnhose und Bretagnestreifenshirt dirigiert er gekonnt die Sprechchöre und tituliert seine Band als "Volker Finke des Rock'n'Roll", den Begriff Crossover nimmt er nicht mehr in den Mund.

Das Jazzhaus ist voll und die Gäste haben ihren Spaß. Das ist keine Kopfmusik, sondern Pogo- und Bangersound. Jedenfalls bei Knallern wie "Revolution". Nichts neues, aber eben Jugendreminiszenzen. Groovt geil, haut rein, gibt Schweiß.



Das Quartett spielt viele Songs des aktuellen Albums "Open Letter to a Friend". Wenn man sich mit diesen Liedern noch nicht vertraut gemacht hat, knallen sie nicht so gut. Viele Refrains werden durch diesen verpflaumten Foo Fighters-Flanger gezogen. Die Kanten und Zacken der ersten Alben ("Discover my Soul") stehen der Band jedenfalls besser zu Gesicht.



Bei "Risin' High" vermisst man den ausgestiegenen Zweitshouter David Gappa und aus dem Megafon kommt nicht richtig Saft raus. Aber egal. Gestern Abend war, wie wenn man in sein altes Kinderzimmer reingeht. Irgendwie bleibt man dann doch hängen und fühlt sich wohl.