Mein Parteibuch: CDU

Sebastian Berblinger

Warum wird man eigentlich Mitglied in einer Partei? Gute Frage. In der letzten Folge unserer fudder-Serie "Mein Parteibuch" erklärt Sebastian Berblinger, 27, aus Herbolzheim, warum er Mitglied bei der CDU ist.



Wieso tritt man in eine Partei ein? Und wenn man es tut, kann man da überhaupt was bewegen, erst recht in der CDU? Sind das nicht alles Karrieristen, denen es mehr um sich als um das Gemeinwohl geht?


Ich bin seit circa neun Jahren in der CDU, seit zwölf Jahren in der Jungen Union und habe diese Fragen natürlich schon des Öfteren gestellt bekommen. Meine Antwort ist klar und eindeutig: Ja, man kann etwas verändern.

Als ich in die Junge Union eintrat war ich 15. In erster Linie ging es mir damals darum politisch Gleichgesinnte zu treffen. Ich habe eine Vielzahl an Bundes- und Landtagswahlen mitgemacht, habe mich eingebracht, in der Schule, an der Uni und heute in Herbolzheim, einem 10.000-Einwohner-Ort nördlich von Freiburg, in dem ich Stadtverbandsvorsitzender der CDU bin.

Nach all meinen Erfahrungen kann ich sagen: Man kann im politischen Bereich nirgends besser etwas bewegen als gemeinsam mit anderen in einer Partei. Ich traf auf Leute, die auf der Basis gemeinsamer Werte zusammen etwas umsetzen möchten, die sich in unserer Demokratie einmischen und einbringen wollen anstatt das Feld anderen zu überlassen.

Mir ist dabei immer wichtig gewesen, mich dort einzubringen wo mein jeweiliger Lebensmittelpunkt war oder wo ich etwas beitragen konnte. An der Uni habe ich als RCDS'ler mit dem Rektor oder mit unserem Wissenschaftsminister über die Gestaltung und Verwendung von Studiengebühren diskutiert. Heute als CDU Vorsitzender stehen für mich Themen wie der Erhalt eines kommunalen Schwimmbades auf der Tagesordnung.

Warum aber habe ich mich für die CDU entschieden? Die CDU verbindet wie keine andere Partei soziale und christliche Werte mit einer vernünftigen Wirtschaftspolitik. Der Mensch und das soziale Gemeinwesen stehen bei der CDU im Mittelpunkt, aber wir wissen auch, dass unser Wohlstand jeden Tag neu erwirtschaftet und gerechtfertigt werden muss. Deshalb steht die CDU auch für eine engagierte Mittelstandspolitik. Das hat mich schon in frühen Jahren überzeugt.

Eine Partei ist aber in erster Linie auch eine Plattform. Eine Plattform, auf der politisch interessierte mit gleichen Grundwerten um Lösungen und Ideen ringen. Das kann manchmal anstrengend sein, aber nur aus der Diskussion und dem Wettstreit um die besten Ideen entstehen die Lösungen, die die Gesellschaft anschließend weiterbringen.

Dies gilt für die kommunale Ebene nicht weniger als für die große Welt- oder Bundespolitik. Die CDU ist schließlich nicht umsonst auch in den kommunalen Gremien stark verwurzelt. Hier kann sich jeder einzelne einbringen, auch außerhalb der kommunalen Parlamente. Mir ist es zum Beispiel wichtig, dass trotz aller kommunalen Entwicklung und Investitionen dafür gesorgt wird, dass auch wir als junge Generation in 30 Jahren noch finanziellen Spielraum für eigene Ideen haben und nicht jeden Cent in die Schuldentilgung und Zinszahlung stecken müssen.

Dies gilt übrigens auch für die Bundespolitik. Es ist für mich unmoralisch, heute mehr auszugeben als unsere Volkswirtschaft erwirtschaften kann. Leider war eine klarere Entschuldungspolitik mit der SPD nicht zu machen und auch deswegen hoffe ich auf das Ende der Großen Koalition.

Wir sollten die Gestaltung unserer Zukunft nicht dem Zufall überlassen, sondern uns einmischen und als Jüngere unseren Beitrag leisten. Ich habe mich hierbei für eine Partei, die CDU, entschieden, weil ich glaube, dass man in einer Partei am meisten bewegen kann und mich die Verbindung aus werteorientierter Sozial- und wachstumsorientierter Mittelstands- und Wirtschaftspolitik überzeugt hat.

Für unsere Demokratie in der heutigen Form wurde lange gekämpft, wir sollten Sie daher annehmen und gestalten und nicht denen überlassen, die sie eigentlich bekämpfen, sei es von rechts oder von links.

Wo immer ihr also die Möglichkeit habt, bringt Euch ein: In der Schule, im Ort, im Verein, am Arbeitsplatz, an der Uni, in einer Partei. Und am besten natürlich in der CDU. Und vor allem: Geht wählen!

[Sebastian Berblinger, 27, arbeitet als Vertriebsingenieur in Schwanau bei Lahr und lebt in Herbolzheim, wo er auch Vorsitzender der CDU ist. Mit 15 Jahren trat er in die JU, mit 18 in die CDU ein. Seitdem war er in unterschiedlichen Gremien und Untergliederungen der Partei aktiv, zum Beispiel im RCDS wo er erst Gruppenvorsitzender in Karlsruhe und dann Landesvorsitzender in Baden-Württemberg war.]

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[Bild: Privat]