Polizeieinsatz

Massenschlägerei nach Spiel des EHC Freiburg gegen Bietigheim Steelers

Rund 60 Fans des EHC und der Steelers prügelten sich nach dem Spiel am Sonntag vor der Franz-Siegel-Halle. Ihnen drohen nun mehrjährige Stadionverbote.

Rund 500 Fans waren am Sonntag mit dem sogenannten Fanzug aus Bietigheim angereist, um das Spiel gegen den EHC zu verfolgen. Insgesamt waren in der Halle 2467 Zuschauer. "In der Halle war unfassbar gute Stimmung," sagt eine Journalistin, die vor Ort war. Die Steelers hätten gemischt mit den EHC-Fans gestanden, offensichtliche Probleme habe es während des Spiels nicht gegeben, obwohl die Fans sich ein lautstarkes Duell geliefert hätten.


Die Situation eskalierte nach Abpfiff

Kurz nach Ende der Partie, die gegen 17 Uhr abgepfiffen wurde, sei die Situation vor dem Stadion eskaliert, teilte die Polizei mit. Dort trafen Fans der Steelers auf Mitglieder der EHC-Ultra-Gruppe "Stabile Jungs Markgräflerland". Auch Mitglieder der "Natural Born Ultras" des Fußballbundesligisten SC Freiburg seien an der folgenden Massenschlägerei beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit.

Es habe nie einen Anlass gegeben, dass sich Vertreter von SC und EHC wegen gewaltbereiter Fans oder der generell der Sicherheitsproblematik hätten austauschen müssen, sagt SC-Sprecher Philipp Walter. Wie viele SC-Ultras tatsächlich bei der Schlägerei am Sonntag dabei waren und ob es Zufall oder eine geplante, konzertierte Aktion von Fangruppierungen der beiden populären Freiburger Sportarten gab, dazu wollten Vertreter beider Vereine am Montag nichts sagen. Auch die Polizei konnte am Montag Fragen zu diesem Thema nicht näher beantworten.

"Der Auslöser der Schlägerei ist jedoch noch unbekannt", sagte Polizeisprecher Walter Roth. Die einschreitenden Polizeikräfte setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein, um die Fans voneinander zu trennen.

Insgesamt seien etwa 60 Personen an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen. Fünf Personen seien verletzt worden, gegen mehrere Personen werde nun wegen Landfriedensbruch ermittelt, so Roth.

Der Verein unterstützt die Ermittlungen der Polizei

"Wir als Verein arbeiten eng mit der Polizei zusammen und warten die polizeilichen Ermittlungsergebnisse ab und werden entsprechend reagieren", sagte Karl Heidegger vom EHC Freiburg. In der DEL und der DEL2 ist es üblich, dass Fans, gegen die Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Eishockeyspielen laufen, bundesweit Stadionverbote in allen Stadien der Liga erhalten. Es gibt Hallenverbote von unterschiedlicher Dauer, im Maximalfall bis zu drei Jahre. Die Vereine als Hausherren sprechen die Verbote aus und teilen sie DEL und DEL2 mit.

"Beide Vereine stehen für friedlichen, familienfreundlichen Sport und tun alles, damit sich Stadionbesucher sicher fühlen." Karl Heidegger, EHC Freiburg
Ob die Massenschlägerei am Sonntag unmittelbar Stadionverbote zur Folge hat, konnten am Montag weder Vereinsvertreter noch Polizei bestätigen, auch zu weiteren Ausschreitungen am Sonntagabend am Freiburger Hauptbahnhof konnte die Polizei nichts sagen.

Gewalt war beim EHC in den vergangenen Jahren kein Thema

Laut BZ-Information liegt die Zahl der EHC-Fans, gegen die aktuell ein längerfristiges Stadionverbot verhängt ist, unter zehn, es soll sich lediglich um eine Handvoll gesperrter Anhänger handeln. Gewalt war beim EHC Freiburg in den letzten Jahren kein Thema, und in dieser Dimension ohnehin nicht. Heidegger betonte, dass es zwischen Fans aus Freiburg und Bietigheim keine besondere Rivalität gebe. "Die Anhänger beider Vereine verstehen sich gut." In einer gemeinsamen Presseerklärung sagten EHC und Bietigheim Steelers: "Klar ist, dass weder der EHC Freiburg noch die Bietigheim Steelers dazu bereit sind, Gewaltakte im Zusammenhang mit Eishockeyspielen zu tolerieren. Beide Vereine stehen für friedlichen, familienfreundlichen Sport und tun alles, damit sich Stadionbesucher sicher fühlen."

Eine Auseinandersetzung in ähnlicher Größe hatte beim EHC zuletzt im September 2014 gegeben: nach einer 1:5 Niederlage der Wölfe gegen die Schwenninger Wild Wings kam es unmittelbar nach dem Spiel zu heftigen Auseinandersetzungen, die schon auf der Tribüne begannen und in die damals auch ein Schwenninger Spieler verwickelt war. Damals wurden zwei Fans und eine Polizistin leicht verletzt, ein Ordner brach sich den Zeh.
Die Polizei sucht noch Zeugen. Hinweise werden unter Tel. 0761/8978780 entgegengenommen.




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