OB-Wahl in Freiburg

Martin Horn im BZ-Kandidatentalk: "Ein OB muss die Leute verbinden"

Florian Kech

Er lebt in Stuttgart – aber will Freiburger Oberbürgermeister werden. Martin Horn stellt sich als letzter Kandidat den Fragen von Joachim Röderer, BZ-Redakteur, und Holger Knöferl, Leiter der BZ-Heimatredaktion. Die Aufzeichnung des Talks.



Auf seinen Wahlplakaten warnt Kandidat Horn vor 24 Jahren Salomon. Was so schlimm sei an einer dritten Amtszeit, wurde der Kandidat der SPD beim BZ-Talk in der Wodanhalle von BZ-Heimatchef Holger Knöferl gefragt. Auch der OB von Sindelfingen, Horns Chef, sei unlängst doch zum dritten Mal gewählt worden. Er schätze seinen Chef, antwortete Horn, sei aber kein Fan von Weiter-so-Wahlkämpfen. "Macht Salomon seine Arbeit denn so schlecht?", hakte Knöferl nach. Mit seiner Antwort ließ sich Horn Zeit. Er wolle kein Salomon-Bashing betreiben, sagte er. Der Freiburger OB habe in seiner Zeit ja auch viel umgesetzt.

Den Job traut Horn sich zu

Mit 33 Jahren ist Horn der jüngste OB-Kandidat. "Hätte es zum Einstieg nicht auch Gundelfingen getan?", fragte Moderator Knöferl provokant. "Ein OB müsse dirigieren, delegieren und Menschen verbinden", antwortete Horn. Und das traue er sich zu.

Für den geplanten Stadtteil Dietenbach hat Horn im Wahlkampf nicht nur günstigen Wohnraum, sondern auch mehr Grün gefordert. Wenn mehr Grünflächen bleiben sollen, bestünde weniger Platz für Wohnungen. Dadurch würden diese zwangsläufig teurer, so BZ-Stadtreporter Joachim Röderer. Auf die Rechnung ging Horn konkret nicht ein, aber er gab zu, bei Dietenbach "grundsätzlich Bauchschmerzen" zu haben. Er fordert in jedem Fall 50 Prozent geförderten Wohnraum – "sonst brauchen wir den ganzen Stadtteil nicht".

Zahlenduell im BZ-Talk

Horn wiederholte auch seine Forderung nach einem Leerstandkataster, wodurch zusätzliche Wohnungen vergeben werden könnten. Röderer verwies auf die Zensus-Studie, wonach der Leerstand nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein wäre. "Ich habe andere Zahlen", erwiderte Horn. Woher er diese habe, wollte er nicht verraten. Dafür lud er Röderer ein, ihn auf einer Tour durch die Stadt zu begleiten, um sich selbst ein Bild zu machen.

Im Talkverlauf lieferten sich Horn und Röderer zwischenzeitlich ein regelrechtes Zahlenduell. Als die Stunde rum war, bedauerte der Kandidat, dass keine Zeit mehr blieb für die Themen Kita, Schulen und so weiter. Daraufhin schlug der Moderator Knöferl das Format "Horn interviewt Horn" vor.

Der Wahlkampf würde mit fortlaufender Dauer härter, sagte Horn, die Angriffe würden schärfer. Damit müsse ein Kandidat klarkommen. Nur eine Attacke sei im Wahlkampf dann doch zu weit gegangen. Als man ihn auf einer Fotomontage als VfB-Fan diffamiert habe. "Das geht zu weit", sagte Horn unter dem Gelächter des Publikums.
Zur Person

Martin Horn wurde am 7. November 1984 in Annweiler geboren und wuchs im südwestpfälzischen Hornbach auf. Er studierte Internationale Soziale Arbeit in Ludwigsburg, Botswana und Jordanien und machte sein Masterexamen in European and World Politics an der Hochschule Bremen. Er studierte in Georgien, Russland und der Ukraine. Er war Kinder- und Jugendreferent für zwei evangelische Kirchengemeinden und Bildungspolitischer Referent beim Diakonischen Werk. Der parteilose Kandidat arbeitet seit 2014 als Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen und freiberuflich als Dozent an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg. Horn lebt in Stuttgart, ist verheiratet und Vater eines zweijährigen Sohnes, im Mai erwartet seine Frau das zweite Kind. Er liebt das Reisen, Ski fahren und tauchen.
Kandidatenporträt: Martin Horn versucht den Spagat im Freiburger OB-Wahlkampf


  • Was: BZ-Kandidatentalk mit Monika Stein, Dieter Salomon und Martin Horn
  • Wann: Samstag, 14. April 2018, 10 bis 16 Uhr
  • Wo: Wodanhalle Freiburg, Leo-Wohleb-Straße 4
  • Eintritt: frei

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