"Maria"-Chef Fred Killig hört auf

Meike Riebau

Sieben Jahre lang hat Fred Killig mit seiner Lebensgefährtin Linda Fossler die Maria-Bar und das R’n’B im Bermuda-Dreieck geführt. Killig stand hinter der Theke, ärgerte sich mit dem Rauchverbot herum und setzte sich mit rüpelhaften Gästen auseinander. Jetzt reicht es ihm: Am Sasmtag findet die "Fred und Linda Abschiedsparty" statt. fudder hat Killig nach den Gründen für seine Entscheidung gefragt.



Fred, deine beiden Bars laufen offenbar ganz gut. Was hat dich und deine Lebensgefährtin dazu gebracht, aufzuhören?

Da kamen einige Dinge zusammen: Einerseits der Stress, dann aber vor allem familiäre Gründe, wir spielen schon seit einem halben Jahr mit dem Gedanken. Es lag aber auch an den Gästen. Die haben mir die Entscheidung am Ende sehr leicht gemacht.

Was meinst du damit?

Man muss schon sagen, dass da eine Veränderung stattgefunden hat. Das ist alles ein bisschen rüpelhafter geworden als noch vor sieben Jahren. Außerdem reichen mir sieben Jahre Barerfahrung in Freiburg einfach.

Hat das neue Rauchverbot in Gaststätten auch etwas zu tun gehabt mit der Entscheidung?

Sicher haben die Veränderungen in der Gesetzgebung auch dazu beigetragen. Aber seitdem im „Maria“ wieder geraucht werden darf, läuft der Laden unglaublich gut. Wir könnten hier wahrscheinlich kalten Kaffee und saures Bier ausschenken, und hätten den Laden immer noch vollbesetzt. Wirtschaftlich gab es keinen Grund aufzuhören.

Wenn man dann noch an das ganz neue Trinkverbot in der Innenstadt denkt, erscheint die Idee, gerade jetzt aufzuhören, noch unsinniger.

Sicher, sobald das „Wildtrinken“ aufhört, und die Anzahl der Schlägereien zurückgeht, wird die ganze Gegend um das Bermuda-Dreieck wahrscheinlich noch attraktiver. Aber wir beide, Linda und ich, haben jetzt einfach genug.

Was nimmst du aus diesen sieben Jahren mit?

Es war eine tolle, stressige Zeit. Ich habe viel gelernt: Wie man es macht, und, noch wichtiger, wie man es nicht macht.

Gibt es schon einen Nachfolger?

Ja, eine Nachfolgerin, die unser Partner Holger Probst ausgesucht hat. Die wird gerade eingearbeitet, aber die Übernahme wird sicherlich stückweise erfolgen. Linda und ich werden anfangs immer mal wieder vorbeikommen.

Wann habt ihr euren letzten Arbeitstag?

Lindas letzter offizieller Arbeitstag ist die Party, ich arbeite noch den ganzen Dezember durch.

Zukunftspläne?

Wir werden zurück nach Lahr gehen, wo wir beide herkommen. Aber was ich genau machen werde, weiß ich noch nicht. Ich mache mir da aber, ehrlich gesagt, nicht so viele Sorgen. Erstmal werden wir in den Urlaub fahren, zwei Wochen, irgendwohin. Aber das werden wir im Neuen Jahr angehen.

Dein erster Tag als „freier Mann“ wird also der 1. Januar sein. Was wirst du machen?

Zum ersten Mal seit sieben Jahren muss ich keine Inventur machen. Das ist das Beste an der Entscheidung, aufzuhören. Ich werde das machen, was der Rest der Welt auch immer tut: Ausschlafen, einen möglichen Kater auskurieren, und den Sat.1-Blockbuster gucken.

Was: Fred und Lindas Abschiedsparty
Wann
: Samstag, 01.12.07, 22 Uhr.
Wo
: Maria