Margaux - Freiburgs erster Hotelclub

Christoph Müller-Stoffels

Lange brodelte die Gerüchteküche. Da kommt was Neues ins Freiburger Nachtleben, hieß es. Was das Neue sein sollte? Schulterzucken. Jetzt ist es raus. Freiburg bekommt seinen ersten Hotelclub. Der Keller des Hotels Victoria in der Eisenbahnstraße, in dem auch schon die Hemingway Bar beheimatet ist, wird ab November die städtische Clubszene bereichern. Margaux wird er heißen. Warum Freiburg das braucht und was das Konzept ist? Wir haben uns mit Manager Alexander Eberle unterhalten.

Ein wenig stolz wirkt Alexander Eberle (im Bild links) schon, als er mir gestern die noch komplett im Umbau befindlichen Räumlichkeiten präsentiert. Der Manager der Hemingway Bar wird auch den neuen Club leiten. Der Name ist gut gewählt. "Margaux hieß die Enkelin von Hemingway", erläutert Eberle. Allerdings ist das Konzept nicht, im Hemingway die Großeltern und im Margaux die Enkelkinder zu bedienen. Vielmehr soll der Club eine Ergänzung zur Bar sein. Cocktails wird es dementsprechend unten auch nicht geben. Dafür Longdrinks, ausgesuchte Biere und Weine und eine kleine Tanzfläche.

Die Location ist eigentlich wie geschaffen für einen Club. Sechs Meter hoch ist das Gewölbe des ehemaligen hoteleigenen Weinkellers. Und so ist es wenig verwunderlich, dass sich Eberle und Hotelgeschäftsführer Bertram Späth (im Bild rechts) mit den Plänen für das Margaux beschäftigen. Als nun die Verträge mit dem Pächter, dem italienischen Restaurant Casanova, ausliefen, ergriffen die beiden die Gelegenheit und setzten sie um. Freiburg braucht das, da sind sie sich einig. Das Margaux soll keine Konkurrenz für die anderen Clubs sein, sondern eine sinnvolle Ergänzung. So ist es auch kaum verwunderlich, dass Späth und Eberle davon ausgehen, für Freiburg neue Wege zu beschreiten.

Es wird ja auch tatsächlich der erste Hotelclub der Stadt, ein Konzept, das man sich von anderen Hotels etwa in der Schweiz oder dem Hotel Adlon (mit dem glamourösen Felix Club) abgeschaut hat. Verbunden ist damit die Idee, die Wege für die eigenen Gäste so kurz wie möglich zu machen. Nachmittags im eigenen Café, abends im Hemingway und danach ins Margaux. "Eigentlich muss man das Haus gar nicht mehr verlassen", meint Eberle halb im Scherz. Aber nicht nur Hotelgästen, auch anderen steht der Club an vier Tagen in der Woche offen. Dienstag ist Studententag, Donnerstag gibt es "Classic Club", der Samstag wird von den jeweiligen DJs geprägt und der Freitag ist "for friends"da. Aber natürlich sind damit nicht nur Freunde der Macher gemeint. "Wir wünschen uns ein Publikum, das zu uns passt." Die Aussage lässt Fragen offen, die aber wohl erst der Betrieb beantworten können wird.Es wird auf jeden Fall Türsteher geben, denen Eberle aber eher die Funktion eines Empfangskomitees zuschreibt. Eine Lounge Area ist auch im Plan. Fröhliche Stunden sollen die Gäste verbringen, allerdings ohne Happy Hour. Es soll schon etwas stilvoll zugehen, aber nur etwas. Man will, wie es Eberle formuliert, "Gäste, die bereit sind für gute Qualität angemessene Preise zu bezahlen".Bleibt dem Margaux nur noch zu wünschen, dass es nicht die Karriere seiner Namensgeberin einschlägt. Miss Hemingway starb 1996 im Alter von 41 Jahren. Selbstmord mit Beruhigungsmitteln.

Freiburgs erster Hotelclub eröffnet Anfang November. Wann genau, erfahrt Ihr bei uns auf fudder.