Wissenschaft

March for Science: 2500 Freiburger demonstrieren gegen "alternative Fakten"

Simone Lutz, Julia Dreier & aktualisiert um 13.52 Uhr

Beim "March for Science" gingen am Samstag rund 2500 Menschen in Freiburg auf die Straße. Rund um die Welt protestieren Wissenschaftler in mehr als 600 Städten für Wissenschaftsfreiheit und gegen "alternative Fakten".

Rund 2500 Wissenschaftler, Studierende und Unterstützer sind am Samstag Vormittag durch die Freiburger Innenstadt gezogen. Der Freiburger "March for Science" war einer der ersten von 22 allein in Deutschland. Den ganzen Tag über protestieren Menschen auf der ganzen Welt für die Freiheit und die Wertschätzung von Wissenschaft.


"Für Fakten gibt es keine Alternative" stand auf dem großen Banner, das die Freiburger Demonstration anführte. Bereits auf dem Platz der Weißen Rose im Innenhof der Uni hatte sich am Vormittag angedeutet, dass dies eine der größten Demonstrationen werden würde, die Freiburg in letzter Zeit gesehen hatte. So kam es auch: Rund 2500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte die Polizei, die den friedlich verlaufenden Demonstrationszug durch die Innenstadt begleitete.



Initiiert hatte den Freiburger "March for Science" eine 15-köpfige Gruppe von Doktoranden und Studierenden, unterstützt vom Rektorat der Uni. "Wow, der Platz ist voll", rief Ingo Henneberg, einer der glücklichen Organisatoren, auf der letzten Station, dem Augustinerplatz.



Dort bedankte sich Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer bei der Abschlusskundgebung für die Initiative: "Ich bin unendlich stolz, dass es gelungen ist, so viele Menschen zu mobilisieren." Es gelte nun, Solidarität mit Wissenschaftlern weltweit zu zeigen "die diese Freiheit, die wir haben, nicht haben". Freiburg sei eine Stadt der Wissenschaft und habe Haltung gezeigt, "als andere versuchten, Flüchtlinge zu diffamieren". Schiewer: "Wir benötigen die Aufklärung für unsere Zukunft und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt."

Auch Bürgermeister Ulrich von Kirchbach konstatierte: "Es scheint, als ob immer mehr Menschen mit Fakten nichts zu tun haben wollen." Die Stadt Freiburg aber solidarisiere sich mit den Wissenschaftlern in Freiburg und weltweit.





Sina Elbers von der Verfassten Studierendenschaft rief dazu auf, die Gebühren für Studierende aus Nicht-EU-Staaten zu streichen.



Sabine Rollberg vom Fernsehsender Arte sagte, unabhängige Wissenschaftler und Journalisten seien wichtiger denn je. Nick Buchanan vom University College und Anna Lipphardt vom Institut für Kulturanthropologie plädierten dafür, sich als Wissenschaftler zu engagieren. Lipphardt: "Bringen wir Wissen und Kompetenz konstruktiv in die gesellschaftliche Debatte ein."

Der "March for Science" in Freiburg ist von Doktoranden initiiert –unterstützt durch das Rektorat der Universität. Beginn war am Samstag um 11 Uhr auf dem Platz der Weißen Rose. Über die Sedan-, Bertold- und Kaiser-Joseph-Straße ging es zum Augustinerplatz. Redner sind unter anderem Uni-Rektor Schiewer und Ulrich von Kirchbach.

Aus der ursprünglichen Anti-Trump-Demo soll eine globale Bewegung werden. Warum der March for Science auch in Freiburg stattfindet, erklärt Biologe Ralf Reski im Video:



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