Stadtteil Weingarten

Mann richtet Kalaschnikow auf Kindergeburtstag in Freiburg

Simone Höhl

Kinder feiern ein Geburtstagsfest in Freiburg, ein Mann regt sich drüber auf, hält ein Maschinengewehr aus dem Fenster und lädt durch. Dass es eine Dekowaffe ist, sieht erst keiner.

Jähes Ende eines Kindergeburtstags im Freiburger Stadtteil Weingarten: Als eine Gruppe am Samstag im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses und im Hof feiert, dreht ein Nachbar durch. Wie die Polizei am Montag mitteilt, hält er gegen 18 Uhr schreiend eine Kalaschnikow aus dem Fenster einer oberen Etage, zielt auf die Gruppe und lädt die Waffe durch. Ob die Kinder das mitbekommen haben, vermerkt der Polizeibericht nicht.


Das Gewehr ist echt, aber unbrauchbar gemacht

Die Polizei wird alarmiert und nimmt den 59-jährigen Mann fest. Er ist stark alkoholisiert. In seiner Wohnung finden die Polizisten die Kriegswaffe – sie ist echt, aber unbrauchbar gemacht. Das heißt, mit ihr kann kein Schuss mehr abgefeuert werden, erklärt Polizeisprecher Dominik Hank. "Das ist dann wie eine Spielzeugwaffe, nur dass sie echt aussieht."

Wenn das Unbrauchbarmachen überprüft wurde, ist es Hank zufolge erlaubt, eine Waffe als Sammlerstück zu Hause zu haben und an die Wand zu hängen. "Das Führen ist nicht erlaubt", so der Polizeisprecher: Die Kalaschnikow darf nicht aus der Wohnung raus. Ist aus dem Fenster halten führen? "Das ist der Knackpunkt", meint Hank.

Die Polizisten beschlagnahmen das Gewehr und stecken den Mann in die Ausnüchterungszelle. Hank geht davon aus, dass er am Sonntagmorgen wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. "Bisher war er ein unbeschriebenes Blatt." Gegen den 59-Jährigen läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen Bedrohung, erklärt der Sprecher. "Ob es auch ein Verstoß gegen das Waffengesetz ist, wird noch geprüft."

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