Mandarine mit Handynummer

Müslüm Erikci

Müslüm berichtet heute, welche Sitten beim chinesischen Valentinstag gepflegt werden. Ledige Frauen werfen auf der Suche nach ihrem Traummann Mandarinen mit ihren Handynummern in einen Teich.



Nach 15 Tagen Dauerfeiern ist das Chinesische Neujahrsfest offiziel beendet.

Während dieser Zeit hat es jeden Abend in der Nachbarschaft geknallt. Außerdem gab es Drachentänze. Für die Chinesen ist der Drachen so etwas wie der Schornsteinfeger für uns. Er symbolisiert Glück und Reichtum. Falls man genügend Geld hat, bestellt man eine Truppe Drachentänzer zu sich nach Hause. So erhofft man sich Glück und vor allem viel Reichtum im neuen Jahr.


An den 15 Tagen des Neujahrsfestes isst man mit der Familie entweder bei Verwandten oder bei Freunden zu Abend. Da ich nicht in einer chinesischen Familie lebe, hat es mich sehr gefreut, als meine Gastmutter mir erzählte, dass die Chapterleaderin für die Austauschschüler ein Abendessen organisieren würde.



Beim Anblick von Buffet und Garten, von Tischen und Stühlen, die speziell für diesen Abend geschmückt waren, war ich sprachlos. Am letzten Tag des CNY (Chinese New Year), dem 15. Tag im ersten Monat des chinesischen Kalenders, war der chinesische Valentinstag. In einem nahegelegenen Park wurde aus diesem Anlass ein Fest mit Drachentänzen organisiert.

Es ist Brauch, dass die Mädchen, die einen Ehemann suchen, an diesem Abend eine Mandarine mit ihrem Namen entweder in einen Teich schmeißen oder in ein dafür bereitgestelltes Becken. Sie erhoffen sich, so ihren Traumprinzen zu finden. Die jungen Männer fischen dann jeweils eine Mandarine aus dem Teich bzw. aus dem Becken und treffen sich mit dem Mädchen, um zu sehen, ob es die Richtige ist.

Heutzutage werfen die Singles Mandarinen mit ihrem Namen und ihrer Handynummer in ein Becken, wobei sie sich eher erhoffen, einen Freund zu finden als einen Ehemann.

Mfg Müslüm