M1-Gelände: Bagger angezündet

Peter Disch & Thomas Goebel

Vier Wochen, nachdem die Wagenburg auf dem M1-Areal im Vauban geräumt wurde, haben Unbekannte ein auf dem Gelände stehendes Baugerät in Brand gesetzt. Zuvor hatten sich am Areal laut Augenzeugen 50 Menschen versammelt.



Auf dem Gelände riecht es auch am Donnerstagmorgen noch leicht verkohlt. Das Führerhaus des Baggers – genau genommen handelt es sich um ein so genanntes Großbohrgerät – ist ausgebrannt, die Scheiben sind zerborsten, Kabel sehen verkohlt aus. Am Vormittag war die Polizei zur Spurensicherung vor Ort und nahm Brandschutt sowie herumliegende Bierflaschen in Augenschein. Zur genauen Brandursache machte die Polizei noch keine Angaben, auch der Sachschaden steht noch nicht fest, dürfte laut Polizei aber im sechsstelligen Bereich liegen.


Seit zwei Wochen ist der Bohrer auf dem M1-Gelände im Einsatz, um dort das Fundament für das geplante Wohn- und Geschäftshaus samt Hotel vorzubereiten. "Heut Mittag wären wir fertig gewesen", sagt ein Bauarbeiter. Noch am Donnerstag hätte die Maschine zu einer anderen Baustelle gebracht werden sollen. "Wo ist Rhino?" und "Viva Wagenleben!" ist in roter Farbe auf den Bagger gesprüht, das Graffito ist allerdings schon zehn Tage alt: "Wir habe das extra stehen lassen, weil wir dachten, dann passiert nichts…", sagt der Bauarbeiter.

Laut einer Anwohnerin des Quartiers hatten sich am Mittwoch an der Kreuzung der Vaubanallee zur Merzhauser Straße rund 50 Menschen versammelt, in einer Tonne habe ein Feuer gebrannt – via @kntrllvrlst auf Twitter hatte die linke Szene Freiburgs anonym zu dem als "Straßenfest" apostrophierten Treffen aufgerufen und indirekt selbst die Verbindung zur Räumung der Wagenburg vor exakt vier Wochen hergestellt.

Die Anwohnerin sagte weiter, sie habe ab 20 Uhr mehrfach die Polizei angerufen. Gegen 22 Uhr habe sie dann hohe Flammen aus der Führerkabine des Baugeräts lodern sehen. Laut Polizei war bereits eine halbe Stunde zuvor die Scheibe eines Radlader auf dem Baugelände eingeworfen worden. Die Polizei hat nach eigenen Angaben dafür gesorgt, dass die Feuerwehr den Brand ungehindert löschen konnte.

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[Foto: Dominic Rock]