Kommentar

Loretto-Damenbad: Vorschläge der Freischwimmerinnen sind wenig praktikabel

Sina Schuler

Im Streit ums Loretto-Damenbad ist frau keinen Schritt weiter gekommen. Dies zeigen die absurden Ideen, die in der Diskussion am Mittwochabend auftauchten.

Das Damenbad in der Wiehre hat einen Sonderstatus, was angesichts seiner Historie und seines Kleinod-Charakters berechtigt ist. Ein zweites Damenbad aber ist total unrealistisch. In Sachen Bäder ist erst mal der Freiburger Westen am Zug. Dort hofft man schon lange auf ein Freischwimmbecken im Westbad – eines für alle Geschlechter übrigens. Dann der Vorschlag, das Loretto-Familienbad ausschließlich für Frauen zu öffnen: Wie wollte man den Ausschluss von männlichen Badegästen begründen? Ebenso wenig machbar sind spezielle Frauen-Zeiten in anderen Bädern, denn dort bräuchte man ja weibliches Personal, das es im Augenblick nicht gibt. Die Frauen der eigens gegründeten, wenngleich mitgliederarmen Initiative nehmen nämlich ein Problem einfach nicht zur Kenntnis: den Personalmangel in Schwimmbädern. Im Damenbad tut ein einziger Mann Dienst – und das soll unmöglich sein? Es ist ja schon fraglich, ob die Regio Bäder GmbH angesichts des Diskriminierungsverbots Stellen ausschließlich für weibliches Personal ausschreiben dürfte. Abgesehen von diesen wenig praktikablen Vorschlägen: Wenn die "Freischwimmerinnen" jede Meinung, die ihnen nicht passt, als rassistisch oder sexistisch abstempeln, hilft das der Debatte nicht weiter.