Lobsang Rampa: Menschen müssen faul sein

Sophie Guggenberger

Schnauzer und Finger in der Nase, so kennt man Lobsang Rampa, wenn man ihn denn kennt. Morgen wird er gemeinsam mit befreundeten Berliner und Freiburger DJs im F-Club performen. Vorab hat sich fudder-Autorin Sophie mit Lobsang Rampa in Berlin getroffen. Zur Sprache kommen unter anderem die skurrilen Performance-Künstler Aids-3d aus Detroit, die morgen als Überraschungsgast mit nackten Tatsachen glänzen wollen und Blut verspritzen werden.



Beschreib dich mal in einem Satz.

Lobsang Rampa: Ich bin stinkfaul! Ich mag Fernsehschauen, Fleisch und Weiber.

Zu deinen besonderen Kennzeichen gehört dein Schnauzer. Warum?

Ja, mein Schnauzbart, der wächst. Was soll ich machen. Der wächst und zwirbelt sich. Seit zwei Jahren hab' ich den jetzt. Mittlerweile ist er auch nicht mehr so spärlich. Schnurrbart ist einfach gut und macht mich sympathisch.



Auf fast jedem Bild sieht man dich mit Finger in der Nase.

Das ist immer zufällig, dass ich da ausgerechnet beim Popeln photographiert werde. Das passiert ständig. Meine Ex-Freundin fand das auch nie so gut, aber ich steh' dazu bzw drauf. Ich popel einfach gerne. Die Popel lasse ich dann einfach fallen. Oder schnippe sie auch mal gerne ins Ziel, wie ich grad drauf bin. Aber jeder popelt doch wohl gerne. Popeln ist Genuß pur - ich könnte schon wieder...

Was würdest du an deinem Körper verändern?

Mein Bruder lacht mich immer wegen meinem Bauch aus. Jetzt im Sommer wäre es nicht schlecht, meinen Bierbauch abzuspecken - aber der war nicht billig! Ansonsten wäre es cool, wenn die Fingernägel nicht wachsen würden. Fingernägelschneiden nervt.

Das Geheimnis deines Erfolgs?

Welcher Erfolg? Sobald ich angefangen habe, etwas neues zu produzieren, gefällt mir das alte schon wieder nicht. Das ist immer so. Ich mache einfach und wenn ich mich von den Anderen unterscheide, abhebe, dann ist das von mir aus auch okay. Ich habe auch nicht vor, etwas Gutes zu machen. Eigentlich eher ein bisschen Krach mit Rhythmus. Dieses Husten, Krächzen und Würgen, das ich in viele Lieder von mir gemischt hab', (guten Morgen Jared!) mag ich besonders gern. Das Husten passt einfach gut zu meiner brachialen, scheppernden Musik.

Wie bist du auf deinen DJ-Namen gekommen und was hat er zu bedeuten?

Eigentlich fand ich einfach den Namen geil. Aber der original Lobsang Rampa ist so ein Freak aus einem Buch, das ich früher mal gelesen habe. Das Buch hatte ich damals vom Alexander Chaplin bekommen und ich fand den Typen darin einfach klasse. Ein kleiner, knöchriger, glatzköpfiger Kerl mit einer Katze und einem Stock – das Paket hat einfach gepasst. Da dachte ich mir, der Name wird abgekupfert. Ich war faul, und der Name war fertig – Menschen dürfen oder müssen faul sein.



Wie lange arbeitest du schon als DJ?

Seit 1999. Damals habe ich in Freiburg damit angefangen. Früher hab' ich viel HipHop aufgelegt und war zusammen mit DJ Request eigentlich auf allen Partys in Freiburg und Umgebung unterwegs. Danach habe ich viel Disco aufgelegt. Seit circa drei Jahren spiele ich hauptsächlich Electro und Techno, nicht zuletzt, weil die Mädchen auf Elektropartys einfach geiler sind. Ich will aber noch loswerden, dass für mich der Electrozug eigentlich abgefahren ist und mir die 90er Pop-/Rock-Sachen das Herz gestohlen haben. Die Shows mischen wir jetzt ja immer auch mit einem guten Entertainment-Programm.

Erzähl mal.

Bei uns ist einfach jeder Auftritt wichtig, spannend und skurril. Mit Aids-3d, unsere Jungs aus Detroit, gibt es nämlich zu dem Arsch auf die Ohren auch ordentlich was fürs Auge. Eine Mischung aus Lazer, Gothic und Fog Performance. Das Ganze wird je nach Veranstaltung auch gerne mal mit Kunstblut und Opferritualen oder nudistischen Aktionen kombiniert. Alles hat aber mehr einen unterhaltsamen, spaßigen Touch, als ernsthafte Gothic Ambitionen. Zum Schepperschiff morgen im F-Club könnt ihr also auch gerne eure Kinder mitbringen.



Was erwartet die Schepperschiff-Gäste morgen?

Die Performance-Show wird auf jeden Fall bombig, wenn die Veranstalter nicht rumzicken. Dazu wird natürlich hart aufgelegt. Electro, Techno und einige Fleischsongs. Sehr gemischt. Mal ein bisschen funny, mal ein bisschen assi. Ansonsten gibt's fürs Auge eben die Show mit den beiden männlichen Lazer-Gothic-Gogo-Tänzern aus den USA, die auch mal gerne einen Purzelbaum machen. Sicher wird es vielen zu hart sein, aber man muss ja auch ein bisschen die Grenzen austesten. Sich gegenseitig die Kehlen aufschneiden.

Bis das Kunstblut spritzt.

Nein, das ist kein Kunstblut - alles echt! Nee, natürlich ist das Kunstblut. Die Idee hinter dieser abgefahrenen Kunst-Performance, ist die, dass DJs einfach langweilig sind. Es gibt zwar viele DJs und abartig gute Musik, aber der Entertainmentfaktor ist dabei total verloren gegangen und Visuals sind fürn Arsch.

Der F-Club hat nur eine kleine Bühne.

Ja, das stimmt. Dort gibt es nur links vom DJ-Pult so ein Gogo-Teil. Die Show wird einfach komprimiert und nicht ganz so ausladend. Vielleicht stehen die beiden Amis auch nur da und schalten ihre Lazer an und aus, da lasse ich mich  selbst auch überraschen.



Aids-3d leben in Berlin?

Genau. Momentan sind sie in Berlin. Wir treffen uns mehrmals die Woche - zum Feiern oder zum Flirten. Manchmal experimentieren wir auch gemeinsam herum.

Warum eigentlich Schepperschiff?

Weil's scheppert! Der erste Teil im E-Werk im vergangenen Jahr war schon bummsvoll. Die Leute waren auch voll. Nochmal!

Deine aktuellen Pläne?

Ich muss noch das Roxy Music RMX fertig machen, das Princess Superstar RMX fertig machen, das EP für TNT/FourMusic fertig machen, dann Zähne putzen und ab ins Bett. Langfristig plane ich, eine Kaufmännische Ausbildung anzufangen. Und ich will unbedingt noch nach Dubai, mir dieses fancy Zeug da anschaun. Apropos: Michi, ich will neue Schuhe!

Musik-Trends der Zukunft?

Ich hoffe nur, dass Minimal schnell wieder untergeht und Maximal schnell hochkommt. Ich glaube, das Trash-Zeug ist auf jeden Fall vorbei. In Berlin ist Detroit-Sound gerade saumäßig in, damit kann ich aber nicht mehr so viel anfangen. Ansonsten wiederholt sich eigentlich alles. Vielleicht wird es ja mal noch lauter und noch brutaler, dagegen hätte ich nichts.

Steckbrief: Lobsang Rampa


DJ seit: 04.09.1999
Musikstil: Mach's kaputt, Electro, Techno
Locations: Öfters mal in Discos oder auch mal in Clubs, einmal auch schon zwischen zwei fetten Frauen eingeklemmt.
Hobbies: Fernsehgucken, Musik, Auflegen, Feiern, Internet, keine Computerspiele! Essen ist total gut. Ich bin begeisterter Kreuzburger- und Spätzleexpress-Esser.
Lieblingsaccessoires: Meine binäre Uhr aus Japan.
Morgendliche Aufstehrituale: Liegenbleiben.

Mehr dazu:

Was: Schepperschiff - Teil 2
Wann: 21. April 2007, ab 22.00 Uhr
Wo: F-Club Freiburg, Eintritt € 6
DJs: andME, Lobsang Rampa, Eddy Constantin & Request, Shaddy, Hike und Agent Schwiech
Specials: Performance-Künstler Aids-3d aus Detroit (USA)



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