72-Stunden-Aktion

Littenweiler KjG baut Spielgeräte für den inklusiven Alban-Stolz-Kindergarten in Zähringen

Ann-Kathrin Moritz

Mehr als 680 Jugendliche haben sich in 29 Projekten in der Stadt bei der 72-Stunden-Aktion engagiert. Die größte Gruppe in der Stadt war die KjG Littenweiler. Wir haben sie begleitet.

10,9,8,7 – mit großen Plakaten zählt der Koordinationskreis des Katholischen Jugendbüros am Donnerstag die Sekunden bis zum Beginn der 72-Stunden-Aktion herunter. Dann – um Punkt 17.07 Uhr – markiert ein lauter Knall den Start. Konfetti regnet auf die rund 680 Kinder und Jugendlichen nieder, die sich in den folgenden 72 Stunden in 29 Projekten in ganz Freiburg engagieren wollen.


Kreative Spielgeräte für den Außenbereich

Die Katholische junge Gemeinde (KjG) Heilige-Dreifaltigkeit aus Littenweiler bildet mit rund 40 Teilnehmenden eine der größten Gruppen. Ihr Projekt erfahren sie erst mit dem Startschuss: Sie sollen kreative Spielgeräte für den Außenbereich des inklusiven Alban-Stolz-Kindergartens in Zähringen bauen. Während die Kinder zwischen zehn und 15 Jahren für den Abend noch einmal nach Hause fahren, macht sich die Leitergruppe direkt auf den Weg.

In der Kindertagesstätte werden sie von Leiterin Gabi Dieterle und ihrer Stellvertreterin Maike Kuchenmüller erwartet– mit frisch gebackenen Waffeln und Erdbeeren. "Wir haben eindeutig das beste Projekt bekommen", ruft einer aus der Runde. Die Erzieherinnen schildern ihnen, was zu tun ist: Oberste Priorität habe das Bauen eines Hochsandkastens, damit Kinder im Rollstuhl darin spielen können. Auch eine Matschküche sowie ein Tunnel aus Weiden werde gewünscht. Ansonsten lassen die Erzieherinnen den Jugendlichen viel kreativen Freiraum: "Uns war wichtig, dass wir sie ihre eigenen Ideen einbringen lassen", erklärt Dieterle.

Am Freitagvormittag herrscht im Kindergarten reges Treiben. In kleinen Grüppchen beugen sich die KjG-Mitglieder über Zeichnungen und diskutieren über ihr Vorgehen. Drei Jungs messen für die Matschküche aus, wie groß die Arbeitsflächen sein müssen. Dafür wollen sie später Holz im Baumarkt kaufen. 800 Euro stehen ihnen zur Verfügung, was sonst noch fehlt, müssen sich die Jugendlichen auf anderem Weg beschaffen – zum Beispiel, indem sie über die Sozialen Medien einen Hilferuf starten. "Bei uns haben schon viele Eltern und Geschäfte von sich aus ihre Unterstützung angeboten", sagt Gabi Dieterle.

Die Beine des Tischs sind tatsächlich höhenverstellbar

Eine andere Gruppe nimmt den Weidentunnel in Angriff. Sie kommen zügig voran – nach einer Viertelstunde sind bereits Dreiviertel der Äste im Boden verankert. "Oha, das wird ultrageil", findet Isabella Römer (10).

Auch die Kindergartenkinder sind begeistert. Am meisten freuen sie sich auf die Matschküche. "Ich finde es so", meint ein Junge und hält seinen Daumen hoch: "Hundert plus unendlich."

Am späten Nachmittag sind die KjG-ler ein großes Stück weiter: Die Box für den Hochsandkasten ist gebaut, nun fehlen noch die Beine, die höhenverstellbar werden sollen. Der Weidentunnel ist fast fertig. Ein Grüppchen sitzt im Schatten eines Baumes und schleift fleißig Bretter, aus denen eine Murmel-Wasserbahn entstehen soll. Die Stimmung sei noch besser als am Morgen, meint Jonas Möller (16), denn nach der Einweisung durch einen Arbeitssicherheit-Experten komme man nun richtig voran.

Sonntag, 17.07 Uhr – 72 Stunden sind um und "wir sind total zufrieden mit dem Ergebnis", sagt Möller. Die Gruppe habe alles geschafft: Matschküche und Weidentunnel stehen, die Murmel-Wasserbahn wurde mit "viel Liebe zum Detail" zusammengebaut und bemalt, ein Container erstrahlt in neuen Farben und der Hochsandkasten ist tatsächlich höhenverstellbar. "Mit ein paar Sachen mussten wir uns am Ende zwar ein bisschen beeilen", so Möller, "aber sonst hat alles geklappt."

Zum krönenden Abschluss der Aktion hat die Elternschaft ein kleines Fest organisiert, die Speisen des Buffets sprechen für sich – ihre Anordnung ergibt das Wort "Danke".