Linie 1: Was bringt die Videoüberwachung in der Straßenbahn?

Claudia Kornmeier

Am Freitagabend kam es in der Linie 1 zu Gewalttätigkeiten von Jugendlichen gegenüber Fahrgästen (fudder berichtete). Von den Tätern fehlt der Polizei bisher jede Spur. Auf der Linie 1 werden allerdings Fahrzeuge eingesetzt, die mit Videokameras ausgestattet sind. Die Gewalttätigkeiten verhindern konnten die Kameras nicht. Die Jugendlichen ließen sich nicht abschrecken. Helfen die Videoaufnahmen nun aber zumindest bei den Ermittlungen? Und: werden die Bilder veröffentlicht?



„Die Polizei hat uns gebeten, die Aufnahmen zu sichern und an sie weiterzugeben. Das haben wir getan“, sagt Andreas Hildebrandt, Sprecher der VAG Freiburg. „Ob auf den Aufnahmen hilfreiche Hinweise zu erkennen sind, wissen wir nicht. Wir sehen uns die Videoaufnahmen selbst nie an.“ Bittet die Polizei nicht um Sicherung der Aufnahmen, dann würden diese auch nach 24 bis 48 Stunden – je nachdem wie häufig das Fahrzeug eingesetzt werde – überschrieben.


Die polizeilichen Ermittlungen schreiten derweil voran. Eine Veröffentlichung der Bilder ist jedoch nicht unbedingt zu erwarten. "Ob Bilder aus Überwachungskameras veröffentlicht werden, hängt von der Schwere der Tat ab", erklärt Karl-Heinz Schmid von der Polizeidirektion Freiburg.

"Über allen polizeilichen Ermittlungen steht der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Bilder in den Medien zu veröffentlichen ist ein weitgehender Schritt. Insbesondere wenn es sich, wie im vorliegenden Fall, um jugendliche Täter handelt, muss so etwas vorher gesondert geprüft werden." Zuerst würden andere Ermittlungsmethoden als mildere Mittel eingesetzt.

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