Between Owls im Interview

"Lieber vor zwanzig coolen Leuten spielen, als vor zweitausend blöden"

Lisa Petrich

Gitarrenlastiger Indie-Pop-Punk-Wave: Diese Mischung gibt es bei der Freiburger Band Between Owls. Am Freitag feiern sie ihre erste Album-Release-Party im Slow Club – fudder hat sie vorab in ihrem Stühlinger Proberaum getroffen.

Between Owls – das sind Maggie und Marc an Gitarre und im Gesang, Daniel am Schlagzeug und Adrian am Bass. Die vierköpfige Freiburger Band spielt einen beschwingten Indie-Pop-Punk-Garage-Mix mit teils deutschen, teils englischen Texten. Neben der Musik sind sie Sozialarbeiter und Pädagogin: Teils studieren sie noch, teils sind sie schon fertig und stehen im Berufsleben.


Die Release-Party ihres ersten Albums "Wellness" steigt am ersten Februar im Slow Club, Einlass ist ab 21 Uhr. Sie bekommen Support durch Svéa, und zur Aftershowparty kommt DJ Pfred Ferd.
fudder-Autorin Lisa Petrich hat die vier Freiburger vor dem Konzert getroffen und mit ihnen über ihre Songs, ihr Label "Twisted Chords" und die Freiburger Musikszene gesprochen.

Was macht euren Musikstil aus?

Marc: Maggie und ich haben angefangen Musik zu machen - ich kam dabei eher aus dem Punk-Hardcore-Ding und Maggie war Singer und Songwriterin, auch ein bisschen in die Folk-Richtung. Dann haben wir uns irgendwo in der Mitte getroffen, und das macht uns auch heute aus.
Maggie: Jetzt treffen wir uns bei gitarrenlastigem Indie-Pop-Punk-Wave.

Wenn ihr einen Song schreibt, geht er dann eher in eine bestimmte Stilrichtung?

Marc: Da legen wir uns jetzt nicht so genremäßig fest. Es gibt zwar schon einen roten Faden, aber oftmals passiert das einfach im Proberaum. Einer spielt was vor, der andere hat eine Idee und dann sind das wie verschiedene Puzzle-Teilchen, die gemeinsam ein Bild ergeben. Es sind also schon eher Gemeinschaftswerke. Es ist nicht so, dass einer mit einem fertigen Song ankommt.

"Eigentlich gibt es in Freiburg keinen Laden, in dem man nicht herzlich aufgenommen wird."

Marc

"Wellness" ist euer erstes Album. Wie fühlt sich das an, dieses Album jetzt zu veröffentlichen und dann damit auf Tour zu gehen?

Daniel: Ich bin wahnsinnig gespannt, ob es den Leuten gefällt oder nicht. Es hat jetzt schon eine Weile gedauert, bis das Album fertig geworden ist und nächste Woche wird das auf die Leute losgelassen. Ich bin aber auch froh, dass es jetzt endlich soweit ist.
Maggie: Da haben wir wirklich ganz lange drauf hingearbeitet! Vor anderthalb Jahren im Herbst haben wir eine Pre-Production gemacht, und im Frühjahr haben wir das dann richtig aufgenommen.



Worum geht’s in euren Songs?

Maggie: Urlaub! Aber auch um andere alltägliche Situationen oder Begegnungen, die dann den Anstoß für einen Text geben. Der kann sich dann aber auch noch von dem ursprünglichen Gedanken entfernen.
Marc: Es sind auch viele zwischenmenschliche Themen, Beziehungen und so. Vielleicht auch mal die eine oder andere versteckte politische Botschaft.

Euer Album wird auf dem Label "Twisted Chords" aus Karlsruhe veröffentlicht. Was bedeutet das für euch?

Marc: Ich finde es unglaublich cool! Wir haben schon darauf gepokert, dass wir irgendwo unterkommen, aber wir sind halt echt eine total unbekannte Band und haben noch nicht so viel vorzuweisen. Der Tobi von Twisted Chords hat uns aber einfach bedingungslos gefeiert und gleich zugesagt.
Maggie: Generell ist die Zusammenarbeit mit ihm auch mega nett.
Marc: Auch total cool, weil es auf Vinyl, auf CD, auf Tape und digital rauskommt.
Daniel: Es gibt sogar Bierdeckel!

Wieso heißt eure Band eigentlich Between Owls?

Maggie: Da haben wir basis-demokratisch abgestimmt und ich hab mich durchgesetzt!
Daniel: Wir konnten uns ewig nicht entscheiden, und Maggie war so frei und hat den Vorschlag und unser heutiges Logo mit der Eule mitgebracht. Damit hat sie alle, außer Marc, überstimmt, weil es einfach cool aussah. Eulen sind auf jeden Fall coole Tiere.
Marc: Wir bewegen uns einfach unter Nachtvögeln.

"Ich weiß ich nicht, ob das Musikmachen noch so viel Spaß macht, wenn es zum Beruf wird."

Daniel

Als Freiburger Band: Was schätzt ihr an Freiburg am meisten und was nicht?

Marc: Was wir nicht so schätzen ist das aktuelle Clubsterben, das aktiv von der Stadt vorangetrieben wird.
Daniel: Die Proberaumsuche ist auch furchtbar. Da werden einem schon viele Steine in den Weg gelegt. Aber unabhängig davon, dass es immer weniger Clubs gibt, in denen man spielen kann, gibt es wirklich viele coole Leute, die man in dieser Subkultur und Musikmacherei antrifft. Da muss man sich dann auch durchkämpfen, wenn man Bock hat Mukke zu machen. Aber wenn man spielt, ist immer gut was los.
Marc: Es gibt einfach unglaublich viele Kulturschaffende und Menschen, die ihr ganzes Herzblut in die Sache stecken, gerade wenn man zum Beispiel den Slow Club anschaut. Eigentlich gibt es in Freiburg keinen Laden, in dem man nicht herzlich aufgenommen wird. White Rabbit war auch immer cool, aber das hat sich jetzt ja leider erledigt. Ansonsten finde ich es natürlich geil hier, weil es mitten im Schwarzwald ist. Da stehen wir alle ziemlich drauf.

Also wollt ihr auch hierbleiben?

Maggie: Das stand eigentlich nie zur Frage. Wir sind halt hier zuhause. Und nach Berlin wollten wir nie...
Adrian: Wenn man nach Berlin oder so zieht, wird es halt zum Job.
Marc: Mich nerven diese Bands, die dann im Kollektiv nach Berlin ziehen.
Daniel: Diese Notwendigkeit verstehe ich auch nicht so ganz.
Marc: Aber wenn Berliner jetzt anfangen, nach Freiburg zu ziehen, dann können wir uns das überlegen. (lacht)

Habt ihr denn schon mal überlegt, Musik beruflich zu machen?

Daniel: Ich weiß nicht, ob das Musikmachen noch so viel Spaß macht, wenn es zum Beruf wird. Weil dann dieses "Muss" dahintersteckt. Natürlich kann es cool sein, wenn das Hobby zum Beruf wird, aber andererseits kann es als Pflicht auch uncool werden. Einen Mittelweg zu finden, wäre gut.
Adrian: Ich würde es bleiben lassen, weil man dann die Konzerte spielen muss, in irgendwelchen Läden vor irgendwelchen Leuten, wo man keinen Bock hat.
Marc: Ich würde es jetzt nicht kategorisch ausschließen, aber wir wollen uns auf jeden Fall treu bleiben. Lieber vor zwanzig coolen Leuten spielen, als vor zweitausend Blöden.

Between Owls: Website& Facebook
Wann: Freitag, 1. Februar, Einlass ab 21 Uhr
Wo: Slow Club Freiburg
Vorband: Svéa
Aftershow: DJ Pfred Ferd
Eintritt: 8 Euro / 6 Euro für Mitglieder

Zur Facebook-Veranstaltung

Besetzung:
  • Maggie, 31 Jahre, Gitarre und Gesang
  • Marc, 31 Jahre, Gitarre und Gesang
  • Daniel, 30 Jahre, Schlagzeug
  • Adrian, 29 Jahre, Bass