Entscheidung

Letzter freier Münsterplatz-Stand soll an Burger-Brater gehen

Simone Höhl

Auf dem Freiburger Münstermarkt soll's Burger geben. Aber bitte nur aus einem Anhänger. Nicht einem Foodtruck. Die Vergabe um den letzten Stand auf dem Münsterplatz sorgt für Missmut.

Um den Stand an einen Burgerbrater zu vergeben, braucht die FWTM den Segen des Gemeinderats, weil das gewünschte Angebot bisher nicht in den Richtlinien steht. Für Foodtrucks soll es keine Ausnahme geben.


Keine Chance für Metzger Jürgen Pums neuen Foodtruck

Jürgen Pum hat einen neuen Foodtruck. "Alles vom Feinsten", beschreibt der Feinkostmetzger aus dem Stühlinger den Spezialtransporter kurz. Pum kaufte ihn für seinen Partyservice. "Dann war auf dem Münsterplatz immer wieder Tamtam." Und bei der Ausschreibung der Stände hat sich der 56-Jährige beworben: mit Regiofleisch, Dry-Aged-Beef-Burger, Champignons in Bierteig, Corn-Dogs (Würstle in Maisteig), Pum-Frites und anderem. Die FWTM rief an: Ob er keinen Hänger hätte? Die Marktsatzung schließt Selbstfahrer aus, die Autos müssen abseits parken. "Mein Traum war immer schon eine Imbissbude", so der Edelmetzger. Aber er will keinen Hänger, sondern den Truck. Pum bekam eine Absage.

Zum Januar musste die "Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe" nach fünf Jahren neu ausschreiben. Früher gab’s nur "Lange Rote", die sollen nun Tofu, Fisch und Regionales ergänzen. Die FWTM strich zwei von sieben Wurstbrätern. Die durchs Rost fielen, protestierten; einer rückte nach, als ein Neuer wegen des Ärgers zurückzog, der andere klagt. Ohne Probleme vergeben sind Tofu und Fisch. Doch für regionale Produkte aus Obst, Gemüse und Milch fand sich laut FWTM niemand Geeignetes. Sie schrieb den Regiostand neu aus.

"Wenn wir’s einem erlauben, müssen wir’s allen erlauben." FWTM-Chef Bernd Dallmann
Pums Bewerbung kam gut an. Nun versteht er nicht, warum es keine Ausnahme für den Foodtruck gibt. Woanders gehe es ja auch. "Man muss ein bissle mit der Zeit gehen", findet der Freiburger. Ökologisch gesehen würde er nur auf den Platz und wieder weg fahren; alle anderen zwei mal hin und her. Er sei ein erfahrener, zuverlässiger Caterer und hätte schon einen festen Koch gehabt. "Schad’ halt." Den Foodtruck weiht er am Montag ein, beim Geburtstag seiner Frau. Für weitere Feste und Hochzeiten ist er gebucht.

Foodtrucks sind für den Markt zu lang

"Wenn wir’s einem erlauben, müssen wir’s allen erlauben", sagt FWTM-Chef Bernd Dallmann. Er versichert, dass er selbst ein Foodtruck-Fan ist. Es gehe einzig um die Wagenlänge: Der Münstermarkt habe ein Platzproblem. "Wir kämpfen um jeden Meter, das ist ein K-O-Kriterium." Der Transporter kann das Fahrerhäuschen nicht abkoppeln, anders als die Wagen mit Hänger. Wenn der Hänger zusätzlich noch eine abklappbare Deichsel hat, gab es dafür im Auswahlverfahren Extra-Punkte. "Foodtrucks sind generell ausgeschlossen", sagt Dallmann.

Am Dienstag soll der Gemeinderat die Vergabe des achten Stands zum April genehmigen. Von vier Bewerbern wählte die Jury einen aus: Das Angebot sei groß und hochwertig, mit Burgern, Maultaschen und anderem Regionalen. Die Marktkommission ist mit dem Burgerbräter einverstanden. Dass der Gemeinderat entscheidet, liege daran, dass die neue Ausschreibung nicht mehr alle Bereiche umfasste, sondern nur das Regionale, erklärt Dallmann. "Eine Formalie." Wer’s werden soll, verrät er aber noch nicht. "Es ist ein sehr empfindliches Thema."

Mehr zum Thema: