Letzte Hoffnung für Möchtegern-Hipster: Schönheitschirurg bietet Bart-Transplantationen an

Manuel Lorenz

Hipster, die was auf sich halten, brauchen einen Rauschebart. Nur: Was tun, wenn im Gesicht nichts wächst? fudder-Redakteur Manuel Lorenz spürt unhippe Horrorszenarien auf - und rät in seiner Glosse zur Bart-Transplantation:



Einen Rauschebart trugen lange Zeit nur Seefahrer, Kunstlehrer und Salafisten. Wer als Mann schön sein wollte, rasierte sich oder ging zum Barbier. Der so genannte Hipster aber hat Unordnung ins Gesicht gebracht. Dank ihm gilt heutzutage der Waldschrat-Look als "State of the Bart". Nur was, wenn dem Möchtegern-Hipster partout nichts wächst?


Der New Yorker Schönheitschirurg Jeffrey Epstein verschafft Abhilfe. In seiner Praxis in Manhattan behandelt er nicht mehr nur Männer mit Haarausfall, sondern auch solche mit ererbter Gesichtsglatze. Letztere machen mittlerweile ein Drittel seiner Kundschaft aus. Für einen Vollbart aus umgepflanzten Haupt- oder Brusthaaren zahlen sie rund 8000 Dollar – umgerechnet knapp 5800 Euro!

In Hipster-Währung umgerechnet entspricht das etwa fünf kleinen MacBooks oder genau 4407,23 großen Flaschen Club-Mate. Ein hoher Preis für einen jungen Kreativen.

Die bartlose Alternative aber wäre das folgende unhippe Horrorszenario: Nie wird der strebsame Möchtegern-Hipster die Metalldose mit der veganen Bartpflegebutter aus Pennsylvania öffnen können, die bei ihm in seiner Retro-Wohnung zwischen Polaroid-Kamera und Plattenspieler steht. Nie wird er – kaum vom oldschooligen Longboard aufs Vintage-Rennrad umgestiegen – durch die Nachbarschaft cruisen und den Fahrwind im Gesichtsgestrüpp spüren.

Am Arbeitsplatz im Co-working-Space werden ihn alle verspotten – Grafiker, Werber, Autoren, Projektler. Sie werden ihn umzingeln, ihr iPhone zücken, seinen Nichtbart ablichten und auf Instagram stellen. Eigens für ihn erfinden sie den Hashtag #whatthebeard auf Twitter.

Und falls der Hipster dann immer noch zweifelt, sollte er die Buchstaben lesen, die er sich einst tätowieren ließ: Yolo. You Only Live Once. Man lebt nur einmal. Also: Ran mit dem Bart! Auch wenn er viel kostet.

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[Bild: © Eugenio Marongiu - Fotolia.com]