Lesung und Diskussion: Was hat die Uni mit dem Terminator zu tun?

Jochen

Was hat die Uni Freiburg mit dem Terminator zu tun? Was Gehirnimplantate mit Cyberpunk? Um diese und andere Fragen geht es morgen Abend bei einer Lesung des Science-Fiction-Autors Michael Iwoleit in der Cohibar. Im Anschluss daran gibt es eine Diskussion mit renommierten Neurotechnologen des Freiburger Bernstein Centers.



Das Freiburger Bernstein Center, die zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität für Neurowissenschaften, begibt sich an die Schnittstelle von Wissenschaft und Science Fiction und veranstaltet morgen eine Lesung mit anschließender Diskussion in der Cohibar.


"Die Vision, Geräte in unser Nervensystem zu integrieren, Schnittstellen mit dem Gehirn herzustellen und unsere Sinne und Fähigkeiten durch technische Implantate zu verbessern, ist seit Jahrzehnten in Science-Fiction-Geschichten ein Thema", sagt Dr. Gunnar Grah, der Organisator und Moderator der Veranstaltung. "Heute, da Gehirn-Computer-Schnittstellen entwickelt und Neuroprothesen eingesetzt werden, holt die Wirklichkeit mit der Science-Fiction auf."

Der Science-Fiction-Autor Michael Iwoleit, der bereits dreimal mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet wurde, wird aus seiner Erzählung "Die Schwelle" lesen. Dieser jüngst in der Zeitschrift "Nova" veröffentlichte Text handelt von der direkten Vermittlung von Emotionen aus Geräten ins Gehirn.

Der Lesung folgt eine Diskussion über die biologischen, technischen und philosophischen Aspekte der Neurotechnologie mit renommierten Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete. Mit dabei sind Prof. Dr. Ulrich Egert, Neurobiologe, Dr. Oliver Müller, Ethiker und Medizinhistoriker, Prof. Dr. Guido Nikkhah, Neurochirurg, und Prof. Dr. Thomas Stieglitz, Biomedizinischer Mikrosystemtechniker.

Das Bernstein Center verfolgt mit der Veranstaltung zwei Anliegen: Zum einen will man neue Wege beschreiten, um der breiten Öffentlichkeit zu zeigen, was an der Universität Freiburg im Bereich theoretische Neurowissenschaften und angewandter Neurotechnik passiert. Zum anderen wurde ein Veranstaltungsort ohne Bühne gewählt, so dass es in lockerer Atmosphäre zu einem Gedankenaustausch kommt: "Wer sich für die Schnittstelle von Neurowissenschaften und Science Fiction interessiert, ist herzlich eingeladen, sich mit Fragen, Anmerkungen und kritischen Betrachtungen zu beteiligen", sagt Grah.

Die Lesung ist eine einmalige Veranstaltung des Bernstein Centers im Rahmen der Brain Awareness Week; je nach den Rückmeldungen kann sich Grah aber weitere Diskussionsrunden dieser Art vorstellen.

Mehr dazu:

Was: Lesung und Diskussion: Gehirn-Implantat trifft Cyberpunk - Neurotechnologie zwischen Science-Fiction und Wirklichkeit
Wann: Dienstag, 15. März 2011, 19 Uhr
Wo: Cohibar, Milchstraße 9
Eintritt: frei, rechtzeitig kommen!