Leistungskurs Kicken (2): Patrick Baier, Trainer

Christian Heigel

In der Freiburger Fußballschule wird der Grundstein für attraktiven und erfolgreichen Fußball in Freiburg gelegt. In dieser Woche stellt fudder jeden Tag die Konstrukteure der Fußball-Kaderschmiede vor. Heute: Patrick Baier, einer von 12 Trainern.

   
Seinen ursprünglichen Beruf als Architekt hat Patrick Baier vor einiger Zeit aufgegeben, um sich ganz der Aufgabe als Trainer in der Freiburger Fußballschule zu widmen.


Mit Entwürfen und Planungen ist er in der Fußballschule aber auch beschäftigt. Das verrät schon die Taktiktafel, die hinter dem Schreibtisch in seinem Trainerbüro hängt. Momentan betreut er die U 17-Mannschaft des SC Freiburg, auch B-Jugend genannt. Dort nimmt der Grundriss der späteren Fußballerlaufbahn allmählich Konturen an. Denn in dieser Altersklasse „wird klar, wer Perspektive hat.“ Und Patrick Baier steht bisweilen vor unangenehmeren Aufgaben: „Man muss den Leuten auch die Wahrheit sagen.“

 

Patrick Baier weiß, dass er die jungen Fußballer in einer ganz wichtigen Phase ihrer Entwicklung begleitet: „In der B-Jugend kommen viele zum ersten Mal an ihre Grenzen. Und sie lernen, Vertrauen in sich und die Trainer zu fassen.“

Bei aller Ernsthaftigkeit der Aufgaben muss er als Trainer aber auch „aufpassen, dass die Lockerheit nicht abhanden kommt.“ Dazu gehört auch, die Mechanismen des Profibereichs nicht unbedingt zu übernehmen. Das heißt, in weniger erfolgreichen Phasen der Saison werden Spieler und Trainer nicht gleich in Frage gestellt. Und Spiele und Spieler werden „nicht nur anhand der Ergebnisse beurteilt“.



Natürlich sollen die jungen Spieler „gewinnen wollen“. Aber sie sollen deshalb auf dem Platz nicht verkrampfen. Patrick Baier hält es da mit der argentinischen Trainerlegende Jorge Valdano, ehemals Trainer von Real Madrid, der die Möglichkeiten des Fußballehrers folgender Maßen beschreibt: „Im Spiel, das der Trainer sich vorstellen muss , kann er den Ball der gegnerischen oder der eigenen Mannschaft geben. Der ängstliche gibt den Ball zuerst dem Gegner, und verbringt Stunden damit Gefahren abzuwenden und seinen eigenen Spielern jegliche Initiative zu nehmen.“

Patrick Baier ist kein ängstlicher Trainer. Er will, dass seine Mannschaft „nicht nur verhindert, sondern etwas Konstruktives veranstaltet.“ Sie soll agieren und nicht reagieren. Und die einzelnen Spiele nicht als Bedrohung betrachten. Mit dieser Fußballphilosophie will Baier seinen jungen Spielern den Druck nehmen. Damit sie befreit aufspielen können. Und gerüstet sind für eine vielleicht große Zukunft.



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  • Freiburger Fußballschule: Website