Lebensmittelretter sammeln und verschenken, was Geschäfte nicht mehr verkaufen können

Madeleine Mayer

Essen umsonst: In ganz Deutschland retten täglich Tausende Menschen Lebensmittel. Auch in Freiburg sind die Lebensmittelretter unterwegs. Mitmachen kann jeder. So geht's:



Schon mal in einem Container gehangen und versucht, nach für die Mülltonne viel zu gutem Essen zu wühlen? Es jetzt eine Initiative, die sich genau das als Ziel gesetzt hat - und das alles ganz legal.


Lebensmittelretten.de gehört zu dem Verein foodsharing. Die Aktivisten nennen sich "Foodsaver" oder "Foodsharer". Gemeinsam kämpfen sie gegen die Verschwendung von Lebensmitteln an. Tausende Engagierte setzten sich dafür in ganz Deutschland ein. Seit 2012 sammeln sie, was Geschäfte nicht mehr verkaufen können und verteilen es kostenlos. Sie holen dabei alles ab, auch Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Seit Oktober 2013 sind die Lebensmittelretter nun in Freiburg unterwegs, inzwischen mit über 300 aktiven Mitgliedern. Auf der Internetseite veranschaulichen die Lebensmittelretter täglich, wie viel sie gerettet haben. In Freiburg sind das insgesamt schon über 14 Tonnen.

Essensverteiler in G19 und SUSI

"Die Arbeit als Foodsaver ist eigentlich ganz einfach", sagt eine Aktivistin. Hat man sich auf der Internetseite angemeldet, erhält man innerhalb weniger Tage die Einladung zu einem Einführungstreffen in die Gartenstraße 19. Dort erfährt man dann Näheres zur Arbeit der Lebensmittelretter. Außerdem bekommen die Neulinge einen persönlichen Ausweis mit Bild. Er verdeutlicht den Geschäften, dass eine Rechtsvereinbarung besteht und man offiziell zur Foodsharing-Initiative gehört.

Jetzt kann man sich auf der Internetseite anmelden und Aboltermine für die Betriebe eintragen. Zu den Kooperationspartnern gehören nicht nur Cafés und Bioläden, sondern zum Beispiel auch Edeka und verschiedene Tankstellen.

Man holt die bereitgestellten Lebensmittel ab und bringt sie an verschiedene Essensverteiler, wie vor dem besetzten Haus in der Gartenstraße 19 und in der "Selbstorganisierten unabhängigen Siedlungsinitiative" (SUSI) in der Vaubanallee 4. Dort kann nun jeder frisches Obst und Gemüse, Backwaren, süße Teilchen und überhaupt Allerlei umsonst abholen und vor dem Mülleimer retten.



Marc Nutsch leitet die Alnatura-Filiale am Fahnenbergplatz 3. Seit Jahren schon arbeitet er mit der Freiburger Tafel zusammen, seit Anfang des Jahres nun auch mit der Foodsharing-Initiative. Nutsch ist sehr zufrieden mit der Kooperation. Tagsüber fallen immer wieder Lebensmittel an, die zwar nicht schlecht sind, die man aber wegen des Ablaufdatums oder kleiner Makel auch nicht mehr verkaufen kann, sagt Nutsch.

Oft sind es nur kleine Dinge, die Obst und Gemüse unverkäuflich machen. In Zukunft sollen sie dann nicht mehr in der Tonne landen, sondern an diejenigen gehen, die weniger Geld für Lebensmittel haben.

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[Fotos: Lebensmittelretter, Christine Duttlinger]