Le Gipfel: Winke Winke für Angie und Sarko

Fabienne Hurst

Schwarz-Rot-Gold und Blau-Weiß-Rot. Wo gejubelt wird, da braucht man Fähnchen. Beim Empfang von Angela Merkel und Nicolas Sarkozy auf dem Münsterplatz erledigen die Kinder des Deutsch-Französischen Kindergartens das Jubeln. Fabienne war dabei.



11.45 Uhr, Münsterplatz, es schneit. Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verspäten sich. Die Fähnchen in den Händen der Kinder vom Deutsch-Französischen Kindergarten werden langsam nass und schlapp vom Schnee. Gewedelt wird trotzdem.

Seit dreißig Minuten stehen die elf Kinder mit ihren Betreuerinnen auf dem Platz. Langsam melden sich Hunger, Durst und andere menschliche Bedürfnisse. Die Kinder hüpfen trotzdem auf und ab, „zum warmstrampeln.“ Still und stramm müssen hingegen die Soldaten der Militärkapelle stehen – ordentlich aufgereiht entlang des roten Teppichs, der quer über dem Münsterplatz liegt. Zu sehen bekommt man die allerdings nur, wenn man sich einen guten Platz ergattert hat. Oder als Jubelkind zum Fähnchenschwenken geladen wurde und sich vor allen "normalen" Zuschauern platzieren darf.

Die Menge hinter der Absperrung wird zorning: "Weg da, wir sehen ja nichts!" Kinderjacken werden herumgezerrt, an Taschenriemen gezogen, wütende Schimpfwörter in Richtung der Fotografen gebrüllt. Auf der Südseite des Münsters sind drei Marktstände aufgebaut. Baguettes stapeln sich über dicken Graubrotlaiben, quer aufgeschnittene Kürbisse liegen dekorativ neben der Käsetheke. Alles Kulisse. Gekauft werden darf nichts. Eine Marktfrau macht zwei Schritte Richtung Militärkapelle. Sofort stürmt eine Frau mit rotem Schlüsselband und ungemütlicher Miene los um sie zurechtzuweisen: "Bleiben sie wo sie sind!"

Die Blaskapelle stimmt inzwischen die ersten Töne der "Marseillaise" an. Ein paar Zuschauer singen mit, lassen es aber gleich wieder. "Wie war der Text nochmal?" Die Kinder hopsen im Takt mit.



Als gleich darauf die Deutsche Nationalhymne erklingt, kommen Sarkozy und Merkel den roten Teppich entlang spaziert. Flankiert von geduckten Huldigern und rennenden Fotografen. Die Leute, die sich seit Stunden gegen den Absperrzaun pressen, werden mit einem Grußwort oder gar einem Händeschütteln belohnt.

"Angela" schreit ein Mädchen, und kriegt kaum Luft. Die Kinder wedeln, was das Zeug hält. "C'est eux! Das sind sie!" Die beiden Staatschefs sind entzückt, bleiben kurz stehen, beugen sich zu ihren Nachwuchszujublern herunter, schütteln Kinderhände, tätscheln Köpfe. Minister zu Guttenberg bleibt lieber auf Abstand und steckt den gut gegelten Kopf in den dunklen Mantelkragen.  Dafür kommt Ilse Aigner noch einmal zurück, um allen Kindern "Bonjour" zu sagen.

Na, wenn sich das mal nicht gelohnt hat.



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