Le Gipfel: Münstermarkteinkaufversuch

Lorenz Bockisch

Ein bisschen Gemüse, ein paar Kartoffeln und danach eine Münsterwurst. fudder-Autor Lobo wollte heute am späten Vormittag seine übliche Münstermarktrunde machen. Ob das geklappt hat:



Nach der fudder-Weihnachtsfeier machte ich gestern Abend noch einen kleinen Schlenker über den Münsterplatz: Ein paar Polizisten, die auf die Ü-Wagen verschiedener Sender und die zwei großen dröhnenden Starkstromgeneratoren aufpassen.


Der geplante Einkaufstripp heute Morgen im Schneegestöber gestaltet sich schwierig. Um einen Zugang zum Markt zu finden, muss ich eine halbe Runde durch die Altstadt drehen. Und neben der Stadtbibliothek kontrolliert ein bayrischer Polizist meinen leeren Rucksack.

Nicht mal die Hälfte der Stände ist da, aber immerhin der Metzgerwagen, wo keine Schlange steht wie sonst. Auf die Frage, ob auch deren Wagen kontrolliert wurden, antwortet die Fleischereifachverkäuferin: „Nein keine Durchsuchung. Wir sind aber auch schon seit um sieben hier.“ Das war wohl vor Dienstbeginn der blauen und grünen Beamten.

Dann aber: mein Lieblings-Gemüsestand – weg. Meine Lieblings Kartoffelfrau – nicht da. Der legendäre Wurststand von Paul-Karle Hämmerle – nicht zu finden. Dann muss ich die Münsterwurst gegen den Kater eben bei einem der vier Noch-Monopolisten kaufen. Mein fast noch leerer Rucksack interessiert beim Rausgehen keinen mehr. Ich hätte dem bayrischen Beamten durchaus ein Wienerle abgegeben.

Auf dem Heimweg sehe ich noch die Show-Einlage für das Gipfeltreffen. Zwei Marktstände im abgesperrten Bereich, keine Kunden, die Verkäufer frieren sich die Beine in den Bauch. Sogar die Polizistin am Gitter gibt zu: „Das ist für die Fernsehkameras – alles nur Show.“ Das will ich mir dann live im Fernsehen anschauen. Doch als schon die Blaskapelle aufspielt, sendet der SWR „Sturm der Liebe“. Das würde zwar auch auf das Treffen von Merkel und Sarkozy zutreffen, ist aber nur eine stinklangweilige Soap.