Last-Minute-Verlosung & Interview: Pretenders

Thomas Steiner

Mit dem Auftritt eines Kult-Acts beginnt heute Abend das Zelt-Musik-Festival 2009. Chrissie Hynde, Rock'n'Roll Grand Dame und Frontfrau der Pretenders, spielt mit ihrer Band im Zirkuszelt und stellt das neue Pretenders-Album "Break Up The Concrete" vor. Thomas Steiner sprach mit der Sängerin. Und fudder verlost - auf die letzte Minute - zwei mal zwei Tickets.



„Brass in Pocket“, „Back on the Chain Gang“, „Don’t Get Me Wrong“ – in den 80er Jahren hatte Chrissie Hynde als Frontfrau der Pretenders einen Hit nach dem anderen. Mit kühlem Auftreten und schneidender Stimme war die aus den USA nach Großbritannien übergesiedelte Sängerin und Gitarristin zum Star des Poprock geworden. Anfang Juni erschien nach siebenjähriger Plattenpause ihr neues – gutes – Album in Deutschland: „Break Up the Concrete“.


Chrissie Hynde, Sie leben nach wie vor in Großbritannien, haben aber Ihr neues Album in Ihrem Geburtsland, den USA, aufgenommen, warum?

Weil der Drummer Jim Keltner und Eric Heywood, der Pedal-Steel-Spieler, in Los Angeles leben und weil Steve Bing, der Executive Producer, dort ein tolles altes Studio für uns organisierte, in dem wir live aufnehmen konnten, ganz auf die altmodische Weise.

Von Ihrem Marken-Sound der 80er ist das Album ein Stück entfernt, es hat mehr ein amerikanisches Feeling.

Ich wollte mal was anderes machen, das war eine ganz bewusste Entscheidung. Es ist ein Roots-Ding.

Es klingt oft wie Musik aus den späten 50ern und frühen 60ern, nach Country oder dem Rock ’n’ Roll und Rockabilly von Buddy Holly oder Elvis Presley. Was mögen Sie daran?

Es ist das, was all die englischen Bands wie die Beatles, mit denen ich aufgewachsen bin, gehört haben. Ich selber habe das damals verpasst, ich war zu jung dafür.

Kommen Heywood und die Pedal Steel auch mit auf Tour?

Oh ja.



Aber statt Drummer-Legende Keltner spielt wieder Martin Chambers, der Ur-Drummer der Pretenders?

So ist es.

Die anderen zwei Jungs in der Band sind deutlich jünger. Geht es da auch manchmal Alte gegen Junge?

Wenn man Musiker ist, denkt man so nicht! Musik überschreitet Alter, Geschlecht, Hautfarbe.

Nochmal zum Album: Kann man das Eröffnungsstück, „Boots of Chinese Plastic“, interpretieren als ein Plädoyer für die Toleranz unter den Religionen?

Es soll sagen, dass alle Religionen auf denselben Punkt zulaufen. Viele Leute machen heutzutage die Religion runter, ich glaube, dass sie das höchste Ziel im Leben verpassen.

Das heißt, Sie selbst sind gläubig?

Kann man sagen, ja.



Eine Christin?

Ich lese die vedischen Schriften, da habe ich meine Philosophie her. Sie umfassen alle Religionen, weil sie älter sind. Ich glaube, dass Jesus sie auch studiert hat.

Apropos Indien: In Ihrem Tour-Blog schreiben Sie, dass Sie auch Yoga machen. So richtig regelmäßig?

Ja, ich versuche es jeden Tag zu machen, wo auch immer ich bin, ungefähr eine Stunde lang. Man braucht nur ein bisschen Ruhe und ein bisschen Platz. Es ist ein Wunder, wie gut es einem tut.

Es ist ja bekannt, dass Sie Vegetarierin sind, hält Sie das auch gesund?

Es geht nicht um die Gesundheit dabei, sondern um die Beziehung zum Göttlichen. Man tötet niemanden. Solange wir weiter Tiere umbringen und böse Praktiken wie die Massentierhaltung unterstützen, sind wir dem Untergang geweiht.

Was kann da die Musik helfen?

Wahrscheinlich gar nichts. Sie kann nur die Seele erheben, das macht einen empfänglicher für die Wahrheit.

Der Titel Ihres Albums – „Brecht den Beton auf“ – ist aber doch eine Aufforderung zum Umweltschutz, oder?

Ich bin in den vergangen zwei Jahren auf Tour durch ganz Amerika gewesen. Das Land ist von der Automobilindustrie zerstört worden. Die Bahnhöfe sind niedergerissen, das ganze Schienennetz ist demontiert. Stattdessen haben Milliarden von Tonnen Beton die Städte und die Landschaft zerstört.

In Ihrem Blog schreiben Sie ja auch, wie gerne Sie Zug fahren. In Deutschland geht das gut.

Deutschland war schon immer voraus, was die Umwelt angeht. Ich habe vor 25 Jahren eine Umweltgruppe mitgegründet, Ark, wir haben Öko-Produkte in die Supermärkte gebracht, die kamen alle aus Deutschland.

Haben Sie mal von Freiburg gehört, wo Sie im Juni auftreten?

Ich bin Amerikanerin und nicht gut in Geografie.

Es wird Ihnen gefallen, die Stadt nennt sich Green City, sie hat Sonnenkollektoren auf dem Fußballstadion, Straßenbahnen und viele Fahrradfahrer.

Das muss ich mir anschauen, wenn ich da bin.CD: Pretenders, Break up the Concrete (Doppel-CD mit Best-of-Sampler/Warner).

Last Minute Verlosung

fudder verlost zwei mal je zwei Tickets für die Pretenders heute Abend auf dem ZMF. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff Pretenders, Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, 25. Juni 2009, 13 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Was: Pretenders, Support: Gus Black
Wann: Donnerstag, 25. Juni, 20 Uhr
Wo: ZMF, Zirkuszelt
Eintritt: 37 Euro

Pretenders - Boots of Chinese Plastic

Quelle: YouTube