Last-Minute-Verlosung: Stefan Gwildis

Bernhard Amelung

Heute Abend beginnt auf dem Mundehof das ZMF. Auch in diesem Jahr wird fudder tagesaktuell vom Festival berichten. Und fast täglich - auf die letzte Minute - Tickets für die Konzerte in Spiegel- und Zirkuszelt am gleichen Abend verlosen. Los geht's mit zwei Mal je zwei Tickets für Stefan Gwildis, anplackt, im Spiegelzelt.

„Neues Spiel“, „Nur wegen Dir“ und „Wünscht Du wärst hier“ – die Titel von Stefan Gwildis Künstleralben können durchaus ein beklemmendes Gefühl auf der Brust auslösen, genauso wie ein kurzer Blick auf Songtitel wie „Du bist so wundervoll“, „Lass mich nicht allein heut Nacht“ und „Wundervolles Wunder“ den Angstschweiss auf die Stirn treibt. Angst vor zuckersüssen, samtweich geschmeidigen und irgendwie substanzlosen Songs. Angst vor der Cheesyness.


Dieses Gefühl bestätigt sich, wendet man einige wenige Minuten auf, um sich mit des Musikers Erfolgsbiographie auseinanderzusetzen. Sein Album „Neues Spiel“, erschienen 2003, hält sich rund 13 Wochen in den deutschen Albumcharts. Mit seinem Song „Wunderschönes Grau“ tritt er an zum deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest. Das war 2005. Ein Jahr zuvor bekommt Stefan Gwildis eine Goldene Stimmgabel verliehen und reiht sich somit ein in den erlauchten Kreis der Nicoles, Hansi Hinterseers und Andrea Bergs.

Zu all diesem Unglück kommt, dass er in zahlreichen Print- und Onlinemedien als „Deutschlands Soulstimme Nr. 1“ beschrieben wird. Eine Attributierung, die nahezu jeder zweite männliche Sänger der Bundesrepublik für sich beansprucht, der mit Schmacht und Schmalz zu gedämpfter Gitarrenbegleitung ins Mikrophon haucht. Balladesk verträumt, gefühlvoll melancholisch und dabei den Blick stets auf ein rosarotes Happy End gerichtet, geht es bei Stefan Gwildis durchaus zu, der zu seinen musikalischen Vorbildern keine geringeren als Otis Redding, Al Green, Marvin Gaye oder Bill Withers zählt.

Ob und inwieweit er diesen unbestrittenen Granden schwarzamerikanischer Popular Music, also Soul und Rhythm’n’Blues, gerecht wird, ist das Arbeitsfeld der Feuilletonisten. Eines jedoch steht fest: Stefan Gwildis ist kein Musiker, der scheinbar willkürlich und unreflektiert die musikalischen Inhalte seiner persönlichen Vorbilder epigonenhaft übernimmt. Er arbeitet sich an den atmosphärisch dichten, herzerwärmenden Pop-Oden dieser Genre ab. Work your fingers to the bone – ein Lebensprinzip, nach dem Stefan Gwildis, aufgewachsen in denkbar einfachsten Verhältnissen, auch heute noch lebt. Viele Jahre hielt er sich mit Gelegenheits- und Hilfsjobs über Wasser, um sein Leben der Liebe und Hingabe zur Kunst, insbesondere der Musik, widmen zu können. Eine harte, entbehrungsreiche Zeit, durchzogen von persönlichen und wirtschaftlichen Tiefpunkten. Ein Lebensweg, der Träume und Sehnsüchte weckt, Stimmungsbilder, die er in der Soul-Musik wiederfindet.

Gemeinsam mit seinen beiden Musikern wird er heute Abend auf dem ZMF im Rahmen seines Programmes „Anplackt – zwei Gitarren, ein Cello“ eine Vielzahl Klassiker seiner verehrten Vorbilder, interpretiert aus persönlichem Blickwinkel, vortragen. Angst, sich einfühlsamen Melodien und empfindsamen Texten hinzugeben, Angst vor Cheesyness hat nur, wer keine Gefühle zeigen kann. Und das ist so was von Neunziger.

Stefan Gwildis @ Jazzmeeting Hamburg

Quelle: YouTube

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Last-Minute-Verlosung

fudder verlost zwei mal zwei Tickets für Stefan Gwildis heute Abend auf dem ZMF. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff "Stefan Gwildis", Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, Donnerstag, 08. Juli 2010, 13 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:


Was:
Stefan Gwildis – „Anplackt – zwei Gitarren, ein Cello“
Wann: Donnerstag, 8. Juli 2010, 20:30 Uhr
Wo: ZMF Spiegelzelt
Tickets: 30 Euro