Last-Minute-Verlosung: New York loves me

Bernhard Amelung

Am Sonntagabend gibt es im Spiegelzelt ein Happening zu sehen und zu erleben, wenn das Künstlerkollektiv New York loves me den Brückenschlag zwischen elektrischer und elektronischer Musik sowie zeitgenössischer Kunst versucht. fudder verlost zwei Mal je zwei Tickets.



Eine unvergleichlich hohe Konzentration von Wolkenkratzern, schattenreiche Strassenschluchten, durch die sich unablässig zehntausende Menschen, Kraftfahrzeuge und Lastwagen zwängen, Tag und Nacht; Wall Street, Fifth Avenue, Meatpacking District, das Hudson River Valley und die Hamptons. Eine unvergleichlich hohe Konzentration einsturzgefährdeter, dennoch bewohnter Brownstones mit verwitternden Fassaden und baufälligen Hinterhöfen, Straßenzüge, gesäumt von dutzenden ausgebrannten Kraftfahrzeugen, von einer Niedriglohnstelle zur nächsten hetzende sozial schwache und randständige Menschen, East Harlem, Southside in Williamsburg, der Sonntagnachmittagsausflug nach Coney Island.


Gemeinhin bekannt ist die Tatsache, dass die Stadt New York zwei in beide Richtungen ausschlagende Extreme in sich vereint, und dass der Big Apple einen fruchtbringenden Nährboden für zahlreiche Subkulturen, Subtrends und kleinteilige Interessenformationen bietet, ebenso. Zwei Gegenkulturen nehmen zwar ihren Ursprung nicht in der Metropole am Hudson River, erfahren jedoch im Schutze der dortigen Nacht, des dortigen Nachtlebens, eine nahezu katalysatorgleiche Beschleunigung. New York wird zu ihrem Hub, zu ihrem Zentrum. Zum einen ist es die Disco-Bewegung.

In deren Sogwirkung entstehen Clubs wie die legendäre Paradise Garage, das Limelight oder das Loft, entwickelt sich um Zentralfiguren wie David Mancuso, Nicky Siano und den gottgleich verehrten Larry Levan ein wahrhafter DJ-Kult, werden Label gegründet, wie beispielsweise 1976 West End Records von Mel Cheren. Zum anderen ist es die Urban Street Art, deren Reiz und Phänomen gerade in der Stadt New York bereits 1978 vom französischen Philosophen Jean Baudrillard in seinem Aufsatz „Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen“ skizziert werden. Disco erfährt eine kurze, explosionsartige Ausweitung, ist spätestens seit dem Film „Saturday Night Fever“ (1977) in allen Köpfen verankert – Disco-Puristen wehren sich jedoch bis heute vehement gegen das darin wiedergegebene Bild einer glitzerreichen Kunstwelt – und zieht sich schon zu Beginn der Achtziger Jahre wieder in den Untergrund zurück.

Die Urban Street Art hingegen tritt da erst ihren langsamen und nachhaltigen Siegeszug an, weg von der Strasse, durch Feuilletons hindurch in Galerien sowie Kunsthandlungen und hat spätestens mit den ersten Street Art-Vernissagen verloren, was sie einst auszeichnete: die öffentliche Provokation. Anyway. Das Künstlerprojekt „New York Loves Me“, gegründet 2009 in Berlin, führt beide kulturellen Ausdrucksformen, die Musik sowie die bildende und darstellende Kunst zusammen und vereint sie auf dem ZMF zu einer Live-Darbietung, in deren Rahmen es Installationen unter anderem von Stefan Strumbel geben wird.

Electric Disco meets Contemporary Art.

Last-Minute-Verlosung

fudder verlost zwei mal zwei Tickets für New York Loves Me am Sonntag auf dem ZMF. Um an der Verlosung teilzunehmen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff "New York loves me", Eurem Namen und Eurer Telefonnummer an gewinnen@fudder.de. Einsendeschluss ist heute, Freitag, 09. Juli 2010, 15 Uhr. Die Gewinner werden sofort nach dem Ende der Verlosung per Anruf informiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Mehr dazu:

Was: New York Loves Me
Wann: Sonntag, 11. Juli 2010, 21 Uhr
Wo: ZMF, Spiegelzelt
Tickets: 9 Euro