Last-Minute-Konzerttipp: MaidaVale im Slow Club

Bernhard Amelung

Ein Sound, der in astrale Höhen entrückt. So klingen die Stücke der schwedischen Band MaidaVale. Sie tritt an diesem Mittwoch im Slow Club auf. Die fudder-Redaktion sagt: Hingehen!

"Tales of the Wicked West", das Albumdebüt der Band MaidaVale, ist ein Monolith. Roh, ungeschliffen, hart klingen die neun Stücke, die Matilda Roth (Gesang), Sofia Ström (Gitarre), Linn Johannesson (Bass) und Johanna Hansson (Schlagzeug) im August 2016 auf Songlänge getrimmt haben.


Das muss ein Kraftakt für das Quartett gewesen sein. Die erste Studio-Session für die Musikerinnen, die seit 2012, von ihrer Heimat Fårösund auf der Insel Gotland aus, zunächst Stockholm, dann Frankreich, Deutschland und Österreich mit ihrem Sound erobern.

Die Gitarre mäandert verzerrt durch die Songs. Der Bass knarzt und stampft sich ostinat in die tieferen Geschichten des Gehirns. Ein Sound, der in astrale Höhen entrückt. Dort huldigt er galant Janis Joplin, Patti Smith, Black Sabbath und Pink Floyd. Sängerinnen und Bands, deren Musik die prägende Kraft hinter MaidaVales künstlerischem Schaffen sein könnte. Ein Sound, der die radiotauglichen Drei-Minuten-Strukturen sprengen kann.



Im März dieses Jahres haben Roth, Johannesson, Hansson und Ström ihr zweites Album "Madness Is Too Pure" veröffentlicht. Wie schon zuvor auf The Sign Records, einem schwedischen Plattenlabel, das schwedische Metal-Bands wie Siberian und Nekrokraft mit den Psychedelic-Rockern von Svartanatt vereint. Die Songs auf "Madness Is Too Pure" enthalten immer noch die ungebändigte, pulsierende Vitalität des Erstlings. Der Jam-Charakter wirkt gesitteter, kontrollierter. Nur der Song "Dark Clouds" dauert länger als fünf Minuten. Doch solche Grenzen sind im Live-Spiel, an diesem Mittwoch im Slow Club, schnell aufgehoben.


Was: MaidaVale
Wann: Mittwoch, 27. Juni 2018, 21 Uhr
Wo: Slow Club