Last-Minute-Konzert-Tipp: Vögel die Erde essen

Alexander Ochs

Schräge Vögel im Hasenbau, das klingt doch vielversprechend. Oder etwa nicht? Unser Konzerttipp für den Donnerstag.



Noiserock, R’n’B, Postpunk? Punk, Krautrock und Soul? Prog-Punkrock und Black Metal? Wie man es auch dreht und wendet, an dem, was die drei Berliner Musiker da auf die Bühne schmettern und rotzen, scheiden sich die Geister. Aber nur, wenn es ums Benennen der Musikstile geht, um die Nomenklatur. Die Musik von Vögel die Erde essen hat das Zeug zum Drama. Was da schön schräg auf der Bühne abgeht, macht ihnen so schnell keiner nach.


Mit Gitarre, Bass und Schlagzeug sowie ihren drei Stimmen haben sich diese Vögel aus dem Umfeld von Käptn Peng und die Orakel von Delphi ihren eigenen Soundbrei gemixt, durch irgendeinen Fleischwolf gewürgt, um am Ende astreines Aurum herauszukristallisieren. Gold? Richtig! Ein komplexes musikalisches Gebilde in dem Fall, in dem straighte Punkrockpassagen locker aus der Hüfte abgeknallt und mit Krach zugeballert werden, in dem Rückkopplungen sich austoben dürfen – und sich der Zuhörer oder -schauer niemals so richtig ausruhen kann.

Verwirrend, sagen einige hinterher. Vertrackt, meinen die anderen. Wie meint die ZEIT? „Keine Ahnung, was das ist, was das soll oder sein will, aber es klingt, äh, so interessant wie eine Reise durch ein zwar nicht sonderlich gastfreundliches, auch nicht immer schönes Land, die aber trotzdem spannend ist, weil man das Land noch nicht kennt.“ Und das Plattenlabel Kreismusik, auf dem frisch im September das Debüt Besuch von innen erschienen ist, schiebt nach: „Ihr aktuelles Album ist derweil keinen Deut schlechter geworden, das können wir reinen Herzens versichern.“ Langeweile kommt hier definitiv nicht auf.

Video: Vögel die Erde essen – Radioaktivität

Quelle: YouTube



Mehr dazu:

Facebook: Vögel die Erde essen http://www.facebook.com/VoegelDieErdeEssen
Was: Konzert Vögel die Erde essen, Support: Algen
Wann: Donnerstag, 29. Oktober 2015, 21 Uhr
Wo: White Rabbit