Langlauf im Schwarzwald: die besten Loipen

Bernhard Amelung

Zwar soll es ein warmes Wochenende werden. Doch im Hochschwarzwald gibt es immer noch genug Schnee zum Langlaufen und es nicht abzusehen, dass der Winter schon vorbei ist. 1.200 Kilometer gespurte Loipen: wohin soll man da nur? Hier die besten Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene.



Ein paar Loipenkilometer zum Aufwärmen

Für Neueinsteiger und all jene, die erst jetzt in die Langlaufsaison starten, gilt gleichermaßen: gut aufwärmen und der Muskulatur Zeit geben, sich auf den neuen Bewegungsablauf einzustellen. Tipp dafür: die Hochmoorloipe in Hinterzarten. Sie ist bestens geeignet, sich auf den Hölzern zu versuchen, die Muskulatur anzutesten sowie Kreislauf und Atemorgane anzuregen.

Die Hochmoorloipe bietet dem Läufer einen Rundkurs von etwa fünfeinhalb Kilometer Länge ohne nennenswerte Steigungen. Diese Loipe wird regelmäßig doppelt klassisch gespurt, so dass sich die Schnellen und die Gemütlichen nicht in die Quere kommen. Auch Skater können sich auf einer eigenen Bahn in der gesamten Länge des Rundkurses austoben.

Großes Plus: die schnelle und bequeme Erreichbarkeit für Bahnfahrer. Kaum aus dem Zug ausgestiegen, geht’s schon los.

Web: Hinterzarten-Breitnau



Da die Hochmoorloipe durchschnittlich auf rund 850 M.ü.M. liegt, bedarf es in schneearmen Wintern und aufs Frühjahr hin einer Ausweichmöglichkeit. Die nächst- und vor allem höchstgelegene Alternative ist mit Sicherheit die Köpfle-Loipe.

Dieser wildromantische Rundkurs auf dem Feldberg führt auf etwa 1300 M.ü.M. durch tannenschwarzen Wald und offene Flächen, die einen Ausblick auf den Seebuck gewähren – vorausgesetzt, der Neueinsteiger ist nicht zu sehr auf seinen Schrittrhythmus konzentriert. Fünfzig Höhenmeter gilt es, auf vier Kilometern zu bewältigen. Einfacher geht’s kaum. Allerdings gibt es hier keine Skating-Strecke.

Web: Feldberg-Schwarzwald



Eine Stufe schwerer

Ist der erste Muskelkater überstanden, bietet sich die so genannte Menzenschwander Spur zwischen Feldberg und Schluchsee an. Die etwas weitere Anfahrt lohnt sich, erwartet doch sowohl Sportler als auch Genießer eine abwechslungsreiche Waldpassage, aufgelockert durch zahlreiche kleinere und größere Ausblicke auf Schluchsee, Feldberg und Hochfirst. Durch ihre Höhenlage (1136 – 1240 M.ü.M.) ist die Spur sehr schneesicher.



Was dem ambitionierten Langläufer ein willkommenes Warm-up, ist dem Anfänger Formtest und Bewährungsprobe zugleich: der Einstieg in die Loipe ist verdammt hart. Denn gleich vom Äulener Kreuz, dem Ausgangspunkt der Menzenschwander Spur, führt ein etwa 600 Meter langer Anstieg mit einer durchschnittlichen Steigung von 10 Prozent bergan. Wer ungestüm losspurtet, kriecht bald darauf als Laktatexpress auf den restlichen acht Kilometern herum.

Web: Loipen St. Blasien



Für Fortgeschrittene

Sowohl die Thurnerspur als auch die Stübenwasenloipe zählen zu den landschaftlich schönsten Loipen des südlichen Schwarzwalds. Dementsprechend hoch ist der Andrang. Wochenends kann man deswegen durchaus auch einmal im Stau stehen. Mein Tipp: Einfach mal unter der Woche hochfahren.

Die Thurnerspur, eine klassische Doppelspur, wird laufend präpariert und weist auch einige Abkürzungsmöglichkeiten auf. Diese sollten sich Anfänger zu Eigen machen, die 15-Kilometer-Runde ist nur etwas für ausdauernde und technisch versierte Läufer. Ist doch die letzte Schleife um die Weisstannenhöhe durchweg anstrengend, gespickt mit knackigen Anstiegen und längeren Downhillpassagen mit teils engen Kurven. Skater umrunden den Doldenbühl auf einer immerhin acht Kilometer langen Runde.

Web: Thurnerspur



Notschrei und Stübenwasenloipe sind aufgrund ihrer topographischen Lage meist die letzte Schneeinsel, oft bis in den Frühling hinein. Die Loipe verläuft auf einer Höhe von 1120 M.ü.M. bis 1360 M.ü.M. in östlicher Richtung, größtenteils im Wald. Den Weg durch das Langmoor dürfen auch Anfänger wagen.

Doch vom Berggasthof Stübenwasen an führen fordernde Anstiege auf das sonnenverwöhnte Hochplateau. Es bietet eine traumhafte Aussicht auf die Anhöhen des Schwarzwalds und auf die Vogesen, an Tagen mit besonders guter Fernsicht sogar auf die schneebedeckten Alpen. Die Streckenlänge von rund 22 Kilometern sowie eine Höhendifferenz von insgesamt 600 Metern sind allerdings nicht ohne. Auch hier gibt es wiederum zahlreiche Abkürzungsmöglichkeiten, so dass der Läufer Dauer und Länge entsprechend seinem Leistungsvermögen wählen kann.

Web: Todtnauer Hütte & Notschrei Loipe

Mehr dazu:

Web: Loipenportal