Landgericht: Krimineller Priester muss nicht ins Gefängnis

Carolin Buchheim & dpa

Der katholische Priester Frank B. ist heute vom Landgericht Freiburg in elf Fällen des Betrugs und vier Fällen der Körperverletzung für schuldig befunden und zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden.

Frank B. hatte die katholische Kirche um 137.000 Euro betrogen und von vier weiteren Opfern mehr als 100.000 Euro erbeutet. Außerdem hatte der 40 Jahre alte Geistliche, der zum Zeitpunkt der Taten an einer Doktorarbeit über Moraltheologie arbeitete, mehrfach eine frühere Geliebte geschlagen.


Nach einer verfahrensbeendenden Absprache der Prozessbeteiligten hatte das Landgericht zugesagt, eine Bewährungsstrafe gegen den geständigen Mann zu verhängen. "Die Absprache sollte den Rechtsfrieden wahren und auch die Menschen schützen, die in den Strudel des Verfahrens hineingezogen wurden", sagte der Vorsitzende Richter.

Der Geistliche ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe – laut Aussage auf eigenen Wunsch – vom Dienst beurlaubt. Er hatte einen Teil seiner Schulden zurück bezahlt, im Prozess für seine Taten um Entschuldigung gebeten und im Schlusswort gesagt: "Ich schäme mich und trage sehr schwer an meiner Schuld."

Während der Staatsanwalt eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung gefordert hatte, hatten sich die beiden Verteidiger nicht auf eine Forderung zur Strafhöhe festgelegt. "Wir haben ohne Ansehen der Person geurteilt", erklärte der Richter.

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